US-Gesundheitsbehörde empfiehlt weiterhin Tamiflu und Co

25. April 2014, 11:13
11 Postings

Die skeptische Cochrane-Studie ist laut der Gesundheitsbehörde nicht aussagekräftig genug

Vor kurzem hat eine Metaanalyse bereits vorhandener Studien des Cochrane-Netzwerks für Aufmerksamkeit gesorgt. Im "British Medical Journal" wurde der Wert der Influenza-Medikamente Oseltamivir (Tamiflu) und Zanamivir (Relenza) angezweifelt. Die US-Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) ist anderer Meinung und empfiehlt die Verwendung der Mittel.

"Die Studien der jüngsten Cochrane-Übersichtsarbeit waren statistisch zu schwach und nicht für eine Bestimmung der Auswirkungen (der Behandlung, Anm.) bei schweren Influenza-Erkrankungen geplant - insbesondere bezüglich Hospitalisierungsraten, Aufnahmen in Intensivstationen und Todesfällen", stellten die CDC infolge der britischen Publikation fest.

Eindeutige Belege für die Wirksamkeit

Die Experten schrieben von eindeutigen Belegen für die Wirksamkeit der Medikamente: "CDC empfiehlt weiterhin die Verwendung von Neuraminidase-Hemmern als antivirale Medikamente, wie Oseltamivir zum Schlucken oder Zanamivir zum Inhalieren, als wichtige Ergänzung zur Influenza-Impfung.

Erst vor etwa zwei Monaten war eine andere Studie im unabhängigen britischen Fachjournal "The Lancet Respiratory Medicine" zu einem anderen Ergebnis gelangt. Demnach senkten solche Neuraminidasehemmer wie "Tamiflu" bei Patienten, die während der A(H1N1)-Epidemie 2009/2010 in Krankenhäuser kamen, das Sterberisiko um 25 Prozent. Die Gefahr sank insbesondere dann, wenn sie die Medikamente früh einnahmen. Darauf wiesen auch die Centers for Disease Control and Prevention hin.

Verschreibung nach Häufigkeit der Erkrankung

In Österreich darf "Tamiflu" nur dann auf Kassenrezept verschrieben werden, wenn die Erkrankungszahlen den Schwellenwert von 10.000 Neuerkrankungen an Influenza oder banalen Erkältungen pro Woche überschreiten. Das wird vom Department für Virologie der Med-Uni Wien registriert.

Das bedeutet aber gleichzeitig, dass eine Verschreibbarkeit eines Arzneimittels von der Häufigkeit einer Erkrankung abhängig gemacht wird. Während der diesjährigen saisonalen Influenzawelle ohne Überschreitung des Schwellenwertes konnte somit kein Versicherter der sozialen Krankenkassen mit dem Medikament auf deren Kosten versorgt werden. (APA, 25.4.2014)

  • Artikelbild
    foto: reuters/leonhard foeger
Share if you care.