Urabstimmung über ÖVP-Spitzenkandidaten für Burgenland-Wahl

25. April 2014, 10:14
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Über 27.000 ÖVP-Mitglieder können am Sonntag entscheiden - Landeshauptmannstellvertreter Steindl erwartet "ein eindeutiges Signal"

Eisenstadt - Für 27.216 Mitglieder der ÖVP Burgenland wird der Sonntag zum Wahltag. Sie können bei einer Urabstimmung mitbestimmen, wer für die Volkspartei bei der nächsten Landtagswahl als Spitzenkandidat antritt. Dem Urnengang stellen sich der langjährige Parteiobmann und Landeshauptmannstellvertreter Franz Steindl und der Mittelburgenländer Jürgen Rohrer, Hotelier und Gastronom in Lutzmannsburg.

Der Abstimmung waren innerparteiliche Reibereien vorausgegangen. Der ehemalige VP-Abgeordnete Oswald Klikovits hatte im Jänner überraschend seine Funktion als ÖAAB-Landesobmann zurückgelegt und dies mit Kritik an Steindl und der Forderung nach einer Diskussion auf breiter Ebene verbunden. Steindl ging daraufhin in die Offensive und kündigte an, sich einer Urabstimmung zu stellen. Während aus der Führungsriege der Bünde niemand gegen den amtierenden Parteichef antrat, ergriff der Lutzmannsburger Gemeinderat Rohrer die Chance und stellte sich der Wahl.

Partei öffnen

Die Urabstimmung sei österreichweit "eine einmalige und erstmalige Gelegenheit", dass alle Mitglieder über den Spitzenkandidaten entscheiden können. Deshalb erwarte er, dass viele ÖVP-Mitglieder das Wahlrecht in Anspruch nehmen, sagte Steindl. Auf einen Prozentsatz wolle er sich bei der Beteiligung und beim Ergebnis nicht festlegen. "Ich gehe schon davon aus, dass es ein eindeutiges Signal gibt", so Steindl: "Für mich ist es wichtig, dass wir endlich in der ÖVP auch eine breite Bereitschaft haben, dass wir die Partei öffnen, dass wir den Mitgliedern mehr Mitbestimmung geben." Er erhoffe sich eine Bestätigung für den Weg, den er auch in Zukunft fortsetzen wolle.

Flucht nach vorne

Sein Herausforderer Rohrer rechnet hingegen mit einer "sehr geringen" Wahlbeteiligung von maximal 30 bis 35 Prozent. "40 wären eine Sensation", fügte er hinzu. Nach dem Grund für diese Annahme gefragt, meinte der Mittelburgenländer: Bei der Urabstimmung habe man wieder die Basis nicht eingebunden, der "Frust" sei "sehr groß": Man könne "nicht über die Basis drüberfahren mit eigenen Ideen, man muss sie einbinden am Weg zum Ziel", meinte Rohrer. Die Urabstimmung sei "eine Flucht nach vorne" gewesen. Man habe nicht damit gerechnet, dass jemand aus einer Gemeinde sich angesprochen fühle und kandidiere. "Jede Stimme ist für mich ein Erfolg, da man mich nicht kennt in dem Ausmaß wie Franz Steindl", beschrieb Rohrer seine Erwartungen.

Auf der Homepage der ÖVP Burgenland hatten sich beide Kandidaten im Vorfeld des Urnenganges in einem Kurzvideo und mit biografischen Eckdaten präsentieren können. Das Ergebnis der Urabstimmung wird am Sonntag voraussichtlich zwischen 19.00 und 19.30 Uhr erwartet, sagt Landesgeschäftsführer Christian Sagartz.

Wahlberechtigt ist jedes burgenländische ÖVP-Mitglied ab 14 Jahren. Die Möglichkeit zur Stimmabgabe besteht in allen 171 Gemeinden, insgesamt wurden rund 190 Wahlsprengel eingerichtet. Eine Briefwahl gibt es nicht. In jedem Wahllokal muss die Stimmabgabe in einem Zeitraum von mindestens zwei Stunden möglich sein. Die ersten Wahllokale öffnen um 7.00 Uhr, die letzten schließen um 17.00 Uhr. (APA, 25.04.2014)

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