Russland und USA wollen über Ukraine-Krise beraten

24. April 2014, 23:45
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Telefongespräch zwischen Lawrow und Kerry geplant - Moskau: Washington muss Kiew zur Einstellung der Offensive zwingen

Kiew/Moskau - Russland verlangt von der US-Regierung, die Ukraine zu einem Stopp der Offensive gegen Separatisten im Osten des Landes zu zwingen. Man zähle darauf, dass die USA im Interesse der De-Eskalation sofort Maßnahmen ergreife, erklärte das russische Außenministerium am Donnerstagabend.

"Washington muss die gegenwärtige ukrainische Führung dazu zwingen, ihre Militär-Einsätze im Südosten der Ukraine einzustellen und die Streitkräfte in ihre festen Stützpunkte zurückzuholen." Die USA seien sich hoffentlich ihrer Verantwortung bewusst.

Gespräch geplant

Für Mittwoch und Donnerstag geplante Telefongespräche zwischen dem russischen Außenminister Sergej Lawrow und dessen US-Kollegen John Kerry seien "aus Gründen, die nichts mit Moskau zu tun hatten" nicht zustande gekommen, hieß es weiter. Nun sei ein Gespräch für Freitag geplant.

"Tatsachen verdreht"

Die USA haben Russland vorgeworfen, mit Blick auf die Konfrontation nahe der ukrainischen Stadt Slawjansk die Fakten zu verzerren. Moskau "verdreht die Tatsachen, um seine eigene Darstellung zu bedienen", sagte die Sprecherin im US-Außenamt, Jen Psaki, am Donnerstag. Ukrainische Truppen hätten einen nächtlichen Angriff von prorussischen Separatisten auf ein Waffenlager abgewehrt, erklärte Psaki.

Die Ukrainer hätten dann versucht, einen Kontrollpunkt der Separatisten zu räumen, woraufhin diese sich gewaltsam widersetzt hätten. Nach Angaben des Innenministeriums in Kiew erschossen ukrainische Spezialeinheiten in einem Gefecht fünf prorussische Separatisten. Moskau reagierte mit einem Manöver direkt an der Grenze.

Die Regierung in Kiew hat eine Offensive gegen pro-russische Separatisten im Osten des Landes ausgerufen. Russland hat das Vorgehen scharf verurteilt und hält Manöver im Grenzgebiet zur Ukraine ab. Im Osten des kleineren ehemaligen Sowjetstaates leben viele russischstämmige Bürger. (APA, Reuters, 24.4.2014)

  • Ein kiewtreuer Paramilitär bei einem Training in Donezk.
    foto: ap/lukatsky

    Ein kiewtreuer Paramilitär bei einem Training in Donezk.

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