Eine Rose für den Jubilar

24. April 2014, 17:28
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Jahresregent Richard Strauss ist den Wienern immer noch ein Herzensanliegen. Der "Rosenkavalier" der Staatsoper demonstriert Nähe

Wien - Als Richard Strauss - gerade noch als Direktor der Wiener Staatsoper - 1924 seinen 60. Geburtstag beging, schrieb angesichts der Omnipräsenz seiner Werke ein findiger Kritiker, die sinnvolle Art einer "Strauss-Feier" wäre es gewesen, eine Zeitlang seine Opern nicht aufzuführen. 2014 spielt man am Ring seine Musik in etwa gleich viel wie sonst, während die Volksoper konzertant ein frühes Stück bringt ( Feuersnot, ab 14. Juni).

In der Staatsoper wird es rund um den Geburtstag am 11. Juni eine Serie mit Ariadne auf Naxos geben; und in den letzten Apriltagen wird in Otto Schenks altgedienter Rosenkavalier-Inszenierung eine Reihe von Rollendebüts aufgeboten, darunter jenes der melancholischen Marschallin von Anne Schwanewilms und des subtil-markanten Markus Eiche als Faninal.

Das restliche Ensemble bietet vor allem routinierte Kräfte auf: Einmal mehr übt sich Wolfgang Bankl als Ochs von Lerchenau in polternden Zwischentönen, während Sophie Koch als Octavian jugendliche und burschikos-herbe Klänge miteinander mischt. In der letzten Vorstellung der Reihe wird Stephanie Houtzeel die Hosenrolle übernehmen. Und auch bei deren Gegenpart Sophie gab es einen Besetzungswechsel: Mit engelsgleicher Vollkommenheit sang Daniela Fally die Unschuld aus dem Kloster beim ersten der drei Termine anstelle der erkrankten Chen Reiss, die die Folgeaufführungen wieder wahrnehmen soll.

Dass das Staatsopernorchester Strauss liebt, ist kein besonderes Geheimnis. So spielt es sich mit Franz Welser-Möst fast von selbst, wobei der Generalmusikdirektor alles daransetzt, möglichste Transparenz zu erreichen. Einzig die Beethoven-Anklänge, die vor allem das Vorspiel zum dritten Akt durchziehen, könnten deutlicher sein. (Daniel Ender, DER STANDARD, 25.4.2014)

27. 4., 16.00, 30. 4., 18.00

  • Die Marschallin (Anne Schwanewilms) hält ihr Glück in Gestalt Octavians (Sophie Koch) mit aller Gewalt fest - noch.
    foto: michael pöhn / wiener staatsoper

    Die Marschallin (Anne Schwanewilms) hält ihr Glück in Gestalt Octavians (Sophie Koch) mit aller Gewalt fest - noch.

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