ÖIAG braucht 250 bis 280 Mio. Euro für Telekom-Kapitalerhöhung

24. April 2014, 17:15
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Amov-Finanzchef Moreno will Telekom als Plattform für Expansion und Zukäufe in Europa nützen

Die Staatsholding ÖIAG wird sich mit 250 bis 280 Mio. Euro neu verschulden müssen, um ihre Sperrminorität an der Telekom Austria (TA) halten zu können, so ÖIAG-Chef Rudolf Kemler am Donnerstagnachmittag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem künftigen Syndikatspartner America Movil (Amov). Amov-Finanzchef Carlos Garcia Moreno will die Telekom als Plattform für Zukäufe in Europa nützen.

1 Mrd. Euro

Die geplante Kapitalerhöhung soll der mit rund 4 Mrd. Euro verschuldeten Telekom frisches Eigenkapital bringen. Der genaue Betrag stehe noch nicht fest, Kemler sprach von einer Größenordnung von rund 1 Mrd. Euro. Kemler warb erneut für den umstrittenen Syndikatsvertrag, der die beiden TA-Großaktionäre zu gemeinsamen Entscheidungen zwingt. Amov habe künftig zwar die Mehrheit in Aufsichtsrat und Vorstand, dafür gebe es in der Satzung ein Vetorecht für Kapitalmaßnahmen. Das gehe über die Rechte hinaus, die man mit der Sperrminorität alleine habe.

Die Mexikaner bekommen die industrielle Führerschaft und können die TA im Amov-Konzern konsolidieren. Fragen zum Anteil, den America Movil anstrebt, wich Moreno aus. Das hänge, davon ab, wie viele Aktionäre das Pflichtangebot annehmen. Die 7,15 Euro, die Amov bietet, nannte er einen fairen Preis. Das Angebot fiel um mehr als ein Zehntel höher aus, als es hätte müssen.

ÖIAG-Chef Rudolf Kemler strich erneut die Vorteile des Syndikatsvertrags hervor. Die TA-Zentrale bleibe für die Dauer des Vertrages in Österreich. "Das ist die Jobgarantie", die Gewerkschafter gefordert hätten. America-Movil-CFO Moreno ließ hingegen unbeantwortet, ob er in den nächsten zwei Jahren Jobs bei der Telekom streichen will. Dafür sei es zu früh, zuerst werde das Management umgekrempelt. (APA, 24.4. 2014)

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