Computerprogrammierern ins Gehirn geblickt

27. April 2014, 18:58
55 Postings

Forscher: "Wir haben nun erstmals Belege, dass das Lernen einer Programmiersprache mit dem Lernen einer Fremdsprache eng verwandt ist"

Passau - Um zu untersuchen, was beim Computerprogrammieren im Kopf vorgeht, hat ein internationales Team von Passauer, Magdeburger und amerikanischen Wissenschaftern Programmierer während ihrer Arbeit in einem Magnetresonanztomographen beobachtet. Dieser misst Veränderungen des Blut-Sauerstoffgehalts im Gehirn, woraus Rückschlüsse auf die Aktivität einzelner Hirnregionen gezogen werden können. Wie die Universität Passau berichtet, zeigen die Ergebnisse, dass beim Verstehen von Computerprogrammen unter anderem dieselben Hirnregionen aktiviert werden, die auch beim Verstehen von natürlicher Sprache beteiligt sind.

"Wir haben nun erstmals Belege, dass das Lernen einer Programmiersprache mit dem Lernen einer Fremdsprache eng verwandt ist", fasst Sven Apel von der Uni Passau die Ergebnisse zusammen und verweist auf den Kontext der Untersuchung: "Die wissenschaftliche Diskussion zur Eignung von Programmiersprachen und zur Ausbildung im Programmieren konnte in letzten Jahren nur anhand indirekter Beobachtungen geführt werden und war damit immer auf Spekulationen angewiesen."

Die nun gewonnenen grundlegenden Einsichten könnten laut Apels Kollegin Janet Siegmund zu Verbesserungen in der Ausbildung führen: "Unsere Studie öffnet eine Tür zu einem ganzen Raum von neuen Möglichkeiten, das Erlernen von Programmierfertigkeit zu vereinfachen und zukünftig noch mehr Menschen, insbesondere auch mehr Frauen und Schulkinder, für dieses technische Thema zu begeistern." (red, derStandard.at, 26. 4. 2014)

 

  • Veränderungen des Blut-Sauerstoffgehalts im Gehirn ermöglichen Rückschlüsse auf die Aktivität einzelner Hirnregionen.
    foto: leibniz institut

    Veränderungen des Blut-Sauerstoffgehalts im Gehirn ermöglichen Rückschlüsse auf die Aktivität einzelner Hirnregionen.

Share if you care.