Baustellensommer in Wien kostet 134 Millionen Euro

24. April 2014, 17:23
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Massive Einschränkungen bei der Westeinfahrt, teilweise am Gürtel und rund um Gürtelbrücke - 401 Projekte mit Verkehrsfolgen

Wien – Das Verkehrsprojekt Mariahilfer Straße hat in den vergangenen Monaten für den größten Wirbel gesorgt. Die Umsetzung der verkehrsberuhigten Wiener Einkaufsstraße ist freilich nur ein Vorhaben im großen Wiener Baustellensommer. Autofahrer werden dabei von anderen Arbeiten in der Stadt weit mehr beeinträchtigt.

Insgesamt werden 13.842 Baustellen innerhalb der Stadtgrenzen abgewickelt, als für den Verkehrsfluss relevant werden 401 Projekte bezeichnet. Die Verkehrsvorhaben im verlängerten Sommer 2014 lässt sich die Stadt 121 Millionen Euro kosten, dazu kommen 13 Millionen Euro von externen Auftraggebern.

"Besonders heftig"

Vizebürgermeisterin und Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) ist bewusst, dass die Arbeiten „nicht als Segen, sondern als Plage wahrgenommen“ werden. 2014 bezeichnete sie als „besonders heftigen Baustellensommer“: Denn vor allem unter der Sanierung der Westeinfahrt und entlang von Teilen des Gürtels dürften Autofahrer ordentlich ächzen.

Dazu geht die Fortsetzung der Gürtelbrückensanierung mit deutlichen Einschränkungen für Verkehrsteilnehmer weiter. So wird die Auffahrt von der Brigittenauer Lände auf den Gürtel zwischen Juli und Oktober teilweise gesperrt.

Nadelöhr Westeinfahrt

Zum Nadelöhr wird die Westeinfahrt zwischen Westautobahn (A1) und Gaudenzdorfer Gürtel: Ab Mai und wohl bis November wird die Einfahrt entlang des Wienflusses in vier Teilabschnitten saniert, Autofahrer müssen mit größerer Stauwahrscheinlichkeit rechnen. Grund für die Maßnahme ist die Sanierung der U-Bahnlinie 4, die 2016/17 durchgeführt wird.

Weil dann mehrmonatige Teilsperren der U4 bevorstehen, müsse die Straße für den Schienenersatzverkehr gerüstet sein, sagt Vassilakou. Dafür werden Fahrspuren teilweise für den regulären Verkehr gesperrt. Im kommenden Jahr folgt die Sanierung der Westausfahrt.

Weniger Fahrspuren am Gürtel

Auch am Gürtel geht es eng her: Zwischen Gablenzgasse auf Höhe Lugner City und Jörgerstraße bei der U6-Station Alser Straße wird von April bis September gewerkt. Tagsüber soll es zumindest zwei statt drei oder vier Fahrspuren geben. Nachts steht teilweise nur eine Fahrspur zur Verfügung. Auch rund um den neuen Hauptbahnhof müssen Autofahrer mit Beeinträchtigungen rechnen.

Die Koppstraße, auf der täglich mehr als 16.000 Autos unterwegs sind, ist bereits eine Baustelle und wird bis November eine bleiben. Die Durchzugsstraße wird auf rund einem Kilometer saniert und fußgänger- sowie radfahrerfreundlich ausgestaltet. 

Mahü: Querungen noch unklar

Die Arbeiten auf der Mariahilfer Straße starten am 19. Mai – der Standard berichtete. Bis spätestens 14. November soll die Fußgängerzone im Kernbereich sowie die äußere Begegnungszone fertig sein. Rechtzeitig vor den nächsten Wien-Wahlen soll das Gesamtprojekt mit der unteren Begegnungszone bis Juli 2015 ausgestaltet sein. Wo es die Querungen für Autos gibt, ist noch immer nicht bekannt. Die Expertenrunde tage nach wie vor, sagte Vassilakou.  Bis Ende April müsse es Ergebnisse geben. (krud, APA, DER STANDARD, 25.4.2014)

  • Die größten Baustellen im grafischen Überblick.
    grafik: apa

    Die größten Baustellen im grafischen Überblick.

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