DarkMarket: Neues Silk Road "außer Reichweite von Behörden"

28. April 2014, 07:47
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Durch ein Peer-to-Peer-System soll Behörden der Zugriff auf Händler illegaler Waren unmöglich gemacht werden

Die Silk Road galt als nahezu uneinnehmbar: Geschützt durch Tor und die Abwicklung von Transaktionen in Bitcoin, konnte lange verschleiert werden, wer Verkäufer und Käufer von illegalen Waren waren. Doch im Herbst 2013 identifizierte das FBI den mutmaßlichen Eigentümer der Silk Road und nahm mit einer Beschlagnahme von dessen Server die Seite vom Netz.

Abschreckendes Beispiel

Zwar haben sich im Tor-Netzwerk mittlerweile viele neue Schwarzmärkte, darunter auch die Silk Road 2.0, gebildet, dennoch dient die Festnahme des angeblichen Silk-Road-Gründers Ross Ulbricht als abschreckendes Beispiel.

Peer-to-Peer

Eine Gruppe kanadischer Programmierer hat jetzt eine neue Methode für einen Online-Schwarzmarkt entwickelt: Sie wollen den "DarkMarket" auf Peer-to-Peer-Basis betreiben, ohne zentrale Schaltstelle. Jeder Nutzer wird zu einem Knotenpunkt des Netzwerks, weshalb Behörden die Seite nie komplett abdrehen könnten.

"Wie eine Hydra"

Gegenüber Wired vergleichen die Entwickler die Silk Road mit Napster, während DarkMarket an Bittorent erinnere. Das System sei ausgereifter und wie eine "Hydra": Wird ein Kopf abgeschlagen, wächst der nächste nach. Vorläufig handelt es sich jedoch nur um ein Konzept, der DarkMarket-Code wurde auf Github zur Verfügung gestellt und wartet auf seine Vollendung.

DarkMarket erklärt

Prinzipiell würde Darkmarket nach folgendermaßen funktionieren: Nutzer laden die DarkMarket-Software herunter, nach Installation läuft diese im Hintergrund weiter. Der Rechner wird so zu einem Knotenpunkt des Peer-to-Peer-Netzwerks.

Jeder Nutzer kann zum Verkäufer werden, indem er eine HTML-Datei editiert. Anschließend kann man sich durch andere Profile blättern oder nach anderen Nutzern suchen.

Schiedsgericht

Wenn ein Kauf getätigt werden soll, müssen sich Käufer und Verkäufer gemeinsam Schiedsmann (arbiter) aussuchen. Dieser überwacht die Transaktion: Bitcoins werden auf ein Treuhandkonto gelegt, dann verschickt der Verkäufer die Ware.

Erhält sie der Kunde, gibt der Schiedsmann das Treuhandkonto frei, ansonsten retourniert er den Betrag an den Käufer. In einem Video erklären die Macher das Projekt selbst:

 "Komplett dezentralisiert"

Nach erfolgtem Handel können sich die drei Parteien gegenseitig bewerten. "Alles ist komplett dezentralisiert", so Amir Taaki, einer der Erfinder des DarkMarkets. Würde es zu einer Festnahme wie bei der Silk Road kommen, könnte die Plattform problemlos weiterlaufen. (fsc, derStandard.at, 24.4.2014)

  • Noch ist der DarkMarket nur ein Prototyp, aber sein Grundprinzip könnte für Furore sorgen
    foto: screenshot/youtube

    Noch ist der DarkMarket nur ein Prototyp, aber sein Grundprinzip könnte für Furore sorgen

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