660 Quadratkilometer großer Eisberg auf unklarem Kurs

Ansichtssache24. April 2014, 13:49
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Sheffield/Washington - So groß wie der Bodensee, größer als Malta, doppelt so groß wie Wien oder Atlanta, viermal so groß wie San Francisco oder sechsmal so groß wie Manhattan: Ein Blick durch die aktuellen Schlagzeilen zeigt eine schöne Bandbreite an geografischen Vergleichen zwischen einem Eisberg, der sich vor einigen Monaten in der Antarktis gelöst hat, und vertrauten Größenordnungen. Etwa 660 Quadratkilometer misst er kurz gesagt - nur "USA Today" kommt bei der Umrechnung von Quadratmeilen auf 660 Millionen Quadratkilometer ... was ziemlich exakt 15 Mal so groß wie Asien wäre.

"Wir denken, dass der Eisberg möglicherweise 500 Meter dick ist", sagte Grant Bigg von der Universität Sheffield, der "B31" untersucht hat. Die Ausdehnung des Eisbergs beträgt etwa 33 mal 20 Kilometer.

Der Eisberg vor dem Abbruch im November (oben) und danach:

foto: reuters/nasa earth observatory/holli riebeek

Der "B31" benannte Eisberg befindet sich derzeit rund 2.500 Kilometer südwestlich der Südspitze Südamerikas. Er hatte sich bereits Anfang November vergangenen Jahres vom antarktischen Pine-Island-Gletscher gelöst und treibt nun ins Südpolarmeer, wie die US-Raumfahrtbehörde NASA mitteilte. In welche Richtung es ihn dann verschlagen wird, ist vorerst noch unklar, die Strömungen können ihn sowohl nach Osten als auch nach Westen tragen.

Um Kollisionen mit Schiffen zu vermeiden, muss der Eisberg daher weiter unter Beobachtung bleiben. Derzeit ist er aber noch weit von Schifffahrtsrouten entfernt.

Die Pine-Island-Bucht im Dezember 2013 (links) und diesen März: Der Eisberg ist von rechts unten nach Mitte oben gewandert.

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foto: ap photo/nasa

Der Pine-Island-Gletscher ist für etwa ein Fünftel des Masseverlusts am Westantarktischen Eisschild verantwortlich. Dennoch lässt sich nicht eindeutig sagen, ob sich "B31" wegen klimatischer oder geologischer Veränderungen gelöst hat. "Dass Gletscher kalben, ist ein normaler Prozess", sagte die NASA-Forscherin Kelly Brunt. Allerdings liege die Abbruchlinie viel weiter in Richtung antarktischem Kontinent als gewöhnlich. (red/APA, derStandard.at, 24. 4. 2014)

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Weitere Informationen, Bilder und ein Video vom NASA Earth Observatory

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