Feuerwehrleute genießen größtes Vertrauen

24. April 2014, 12:03
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Helfenden Berufen wird einer Umfrage zufolge weltweit das höchste Vertrauen entgegengebracht. Das Schlusslicht sind Politiker

Wenn es um das Vertrauen in die verschiedenen Berufe geht, haben Feuerwehrleute in Österreich ganz klar die Nase vorne. Das ergab die Auswertung der "Trust in Professions"-Umfrage des Marktforschungsunternehmens GfK in Österreich und 24 weiteren Ländern. Am Ende des Rankings landeten Politiker, Bürgermeister ausgenommen. Ihnen wird sogar mehr Vertrauen entgegengebracht als Journalisten und TV-Moderatoren.

International genießen Sozialberufe das höchste Vertrauen. Auf allen Kontinenten belegen laut der Studie "GfK Trust in Professions 2014" Feuerwehrleute, Sanitäter, Pflegekräfte und Ärzte die vorderen Plätze. In Österreich zählen im Vertrauensranking auch Piloten und Apotheker zur Spitzengruppe.

Schlusslicht Politiker

94 Prozent der österreichischen Bevölkerung vertrauen Feuerwehrleuten, jeweils 93 Prozent Krankenpflegepersonal und Sanitätern. Auch Apotheker erreichten die 90-Prozent-Marke. Am Ende des Rankings liegen Politiker mit 20 Prozent, gefolgt von Werbefachleuten mit 34 Prozent. Die drittletzte Position teilen sich mit jeweils 43 Prozent Versicherungsvertreter und Journalisten. Eine Ausnahme unter den Politikern bilden Bürgermeister: Ihnen bringen 54 Prozent der heimischen Bevölkerung Vertrauen entgegen.

Etliche Berufsgruppen schnitten in den 25 Umfrageländern sehr unterschiedlich ab. Die größte Bandbreite besteht international bei Bankern: In Indien erreichen sie mit 88 Prozent den höchsten Vertrauenswert, den niedrigsten in Spanien mit 14 Prozent. "Hier sieht man ganz klar die Unterschiede im öffentlichen Umgang mit der Finanzkrise", sagte GfK-Geschäftsführer Alexander Zeh. Österreich liegt mit 60 Banker-Vertrauensprozenten - neun unter dem Länderdurchschnitt - im Mittelfeld. Dieses geminderte Vertrauen basiere mit Sicherheit auf den Nachwirkungen der Bankenkrise, "und die öffentliche Diskussion über die Hypo Alpe Adria trägt zusätzlich ihren Teil dazu bei", so Zeh.

Andere Länder, anderes Vertrauen

Auch die Polizei wird in den einzelnen Ländern unterschiedlich bewertet: Knapp 80 Prozent der österreichischen Bevölkerung vertrauen den Gesetzeshütern, "ein Topwert im internationalen Umfeld und deutlich besser als beispielsweise in Russland und Kenia, wo der Vertrauenswert bei 50 und 25 Prozent liegt", meinte GfK-Sozialforscherin Ulrike Lavrencic. Pfarrern und Geistlichen sprechen 55 Prozent der Österreicher ihr Vertrauen aus, während sie in Spanien mit etwas mehr als 28 Prozent hinter den Versicherungsvertretern liegen.

Die Ergebnisse basieren auf rund 28.000 Verbraucherinterviews, die zwischen September und November 2013 in 25 Ländern durchgeführt wurden. Insgesamt wurden 32 Berufe abgefragt: Apotheker, Architekten, Ärzte, Banker/Bankangestellte, Beamte (Beschäftigte im öffentlichen Dienst), Bürgermeister, Computer- und Softwarespezialisten, Feuerwehrleute, Händler und Verkäufer, Handwerker (Installateure, Tischler, Maler etc.), Ingenieure und Techniker, Journalisten, Krankenschwestern und -pfleger, Bauern, Lehrer, Markt- und Meinungsforscher, Pfarrer und andere Geistliche, Piloten, Politiker, Polizisten, Profisportler, Rechtsanwälte, Richter, Sanitäter, Schauspieler, Soldaten, Straßenbahnfahrer, Taxifahrer, TV-Moderatoren, Unternehmer, Versicherungsvertreter und Werbefachleute. (APA/red, 24.4.2014)

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