Den USA droht eine Limetten-Krise

24. April 2014, 10:05
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Eine Pflanzenkrankheit, schlechtes Wetter, aber auch das mexikanische Drogenkartell sind verantwortlich für explodierende Limetten-Preise

New York/Mexiko-Stadt - Die USA steuern auf eine ausgewachsene Limetten-Krise zu. Limetten sind so teuer wie schon lange nicht mehr. Eine Pflanzenseuche, schlechtes Wetter und das organisierte Verbrechen in Mexiko treiben die Preise in die Höhe, berichten US-amerikanische Medien.

Limetten sind in den Vereinigten Staaten nicht nur dank der vielen Einwanderer aus Süd- und Mittelamerika extrem beliebt. Jeder Amerikaner konsumiert durchschnittlich mehr als ein Kilogramm der kleinen grünen Zitrusfrüchte pro Jahr, heißt es in einem Bericht der New York Times.

Der Großteil davon wird aus Mexiko importiert, dem weltgrößten Produzenten und Exporteur von Limetten. Dort sind zuletzt die Preise explodiert. Zwischen Dezember vergangenen Jahres und März stieg der Preis nach Angaben der nationalen Statistikbehörde um mehr als 240 Prozent. Allein im vergangenen Monat legte er um etwa 41 Prozent zu. Ein Kilogramm Limetten kostet in einigen Städten im Norden des Landes und in Mexiko-Stadt derzeit bis zu 80 Pesos (4,40 Euro).

Drogenkartell für Preissteigerung verantwortlich

Verantwortlich für die hohen Preise seien Pflanzenkrankheiten, schlechtes Wetter, aber auch das organisierte Verbrechen. Im Bundesstaat Michoacan liefern sich das Drogenkartell Caballeros Templarios (Tempelritter), Bürgerwehren und die Sicherheitskräfte seit Jahresbeginn erbitterte Kämpfe.

Das Kartell erhebt in seinem Einflussbereich eine Art Steuer auf jede Art wirtschaftlicher Aktivität. Wer nicht zahlt, wird bestraft: Immer wieder stecken die "Tempelritter" Verpackungsstationen in Brand oder lassen Lastwagen nicht passieren. Zudem hoffen einige Limettenbauern offenbar auf eine baldige Zerschlagung des Kartells und halten ihre Ware zurück, um sie später ohne die sogenannte Steuer des Kartells verkaufen zu können. Die Spekulation befeuert den ohnehin überhitzten Markt weiter.

Ein Lichtblick: Die Krise könnte Experten zufolge im Sommer, wenn viele neue Früchte nachgewachsen sind, womöglich überstanden sein. Bis dahin müssen die Fluglinien, Barkeeper und Restaurantbesitzer in den USA und anderswo aber wohl weiter unter den hohen Preisen für die kleinen grünen Zitrusfrüchte leiden. 2.000 Dollar (1.446 Euro) habe er dadurch alleine im vergangenen Monat draufbezahlt, sagte Armando De La Torre Jr., dem zwei Restaurants in Los Angeles gehören, der New York Times. "Jedes Mal, wenn ein Kunde nach Limetten fragt, zucke ich zusammen." (APA/red, derStandard.at, 24.4.2014)

  • So ein Tellerchen Limetten zum Caipirinha ist in den USA im Moment ein teurer Spaß.
    foto: ap photo/eraldo peres

    So ein Tellerchen Limetten zum Caipirinha ist in den USA im Moment ein teurer Spaß.

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