Österreich biegt Ungarn in Verlängerung

24. April 2014, 09:04
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ÖEHV-Team kommt nach einem 0:2-Rückstand zurück und gewinnt nach Lebler-Tor 5:4. Dreikampf um zwei Aufstiegsplätze

Goyang - Die österreichische Eishockey-Nationalmannschaft liegt bei der Division 1A (B-WM) in Goyang/Südkorea weiter auf Aufstiegskurs, hat aber neuerlich nicht überzeugt. Die ÖEHV-Auswahl feierte am Donnerstag mit einem hart erkämpften 5:4-Sieg n.V. (0:0,3:3,1:1;1:0) gegen Ungarn im vierten Spiel den vierten Sieg. Damit geht die Mannschaft von Teamchef Manny Viveiros als Tabellenführer in den Schlusstag.

Österreich benötigt am Samstag (9.00 Uhr MESZ/live ORF Sport +) gegen Slowenien aber einen Sieg, um das Ticket für die A-WM 2015 in Prag aus eigener Kraft zu lösen. Es sei denn, Japan gibt am Samstag (5.30 Uhr MESZ) gegen Ungarn noch Punkte ab, dann würde der Aufstieg schon vor der Partie gegen Slowenien fest stehen. Am Donnerstag blieben die Japaner mit einem 4:2-Erfolg gegen Südkorea auf Kurs. Südkorea steht hingegen als Absteiger fest.

0:2 nach 30 Minuten

Österreich zeigte gegen Ungarn wie schon am Vortag gegen Südkorea (7:4) über weite Strecken keine gute Leistung und lag nach 30 Minuten mit 0:2 zurück. Erst in der Verlängerung erzielte Brian Lebler im Powerplay den Siegestreffer (64.).

Das erste Drittel verlief neuerlich ganz und gar nicht nach Wunsch. Die Österreicher waren den Ungarn klar unterlegen (3:16 Torschüsse), kamen kaum vor das gegnerische Tor und hatten es vor allem Torhüter Bernhard Starkbaum zu verdanken, dass sie mit einem 0:0 in die erste Pause gingen.

In ihrem vierten Powerplay gingen die Ungarn aber hoch verdient in Führung. Bartalis fälschte einen Sziranyi-Schuss zum 1:0 ab (28.). Nur 76 Sekunden später erhöhte Sebök auf 2:0 (29.). Michael Schiechl hatte die Chance zur Wende, er scheiterte mit einem Penalty an Torhüter Hetenyi (31.).

Traumtreffer von Hundertpfund

Doch mit einem Traumtor erweckte Thomas Hundertpfund sein Team wieder zum Leben. Der Flügel spielte in technischer Perfektion die ungarischen Verteidiger schwindlig und schoss im freien Fall zum 1:2 ein (32.).

Und die erste Linie, bei diesem Turnier die mit Abstand produktivste des ÖEHV-Teams, legte nach. Verteidiger Dominique Heinrich traf nach perfektem Pass von Kapitän Thomas Koch zum Ausgleich (34.), im ersten Powerplay brachte der Salzburger die Österreicher sogar in Führung. Heinrich erzielte aus spitzem Winkel mit seinem vierten Turniertor das 3:2.

Doch unmittelbar vor der Pause gelang Ungarn der lange diskutierte Ausgleich. Sebök traf praktisch zeitgleich mit der Sirene. Ob die Zeit schon abgelaufen war, war allerdings auch nach Video-Studium nicht klar. Das Schiedsrichter-Duo schickte die Mannschaften ohne Entscheidung in die Kabinen und entschied erst nach der Rückkehr der Mannschaften und nach langen Diskussionen mit den Trainern auf Tor.

13. Lebler-Treffer

Matthias Iberer brachte die Österreicher im Schlussdrittel neuerlich voran (48.), Kovacs schaffte jedoch den Gleichstand (54.). Die Viveiros-Truppe überstand danach eine brenzlige Unterzahl, ehe Lebler zuschlug. Der Stürmer der Black Wings Linz, mit sechs Treffern bester Torschütze des Turniers, hält nach 12 Länderspielen bei 13 Teamtoren. (APA, 24.4.2014)

Eishockey-WM, Division 1A:

  • Österreich - Ungarn 5:4 n.V. (0:0, 3:3, 1:1 - 1:0)

Goyang (Südkorea), SR Anisimow/Koch (RUS/SUI).

Tore: Hundertpfund (32.), Heinrich (34./36./PP), Iberer (48.), Lebler (64./PP) bzw. Bartalis (28./PP), Sebök (29./40.), Kovacs (54.)

Strafminuten: 4 bzw. 14.

Schiechl scheiterte mit Penalty an Hetenyi (31.).

Österreich: Starkbaum - Schumnig, Altmann; Schlacher, Heinrich; Bacher, Mühlstein; Mitterdorfer, Peter - Hundertpfund, Koch, Lebler; M. Iberer, Oberkofler, Komarek; B. Petrik, Schiechl, N. Petrik; M. Geier, S. Geier, Fischer

  • Slowenien - Ukraine 5:3 (2:0,0:2,3:1)
  • Japan - Südkorea 4:2 (3:0,1:0,0:2)

Tabelle:

1. Österreich 4 4 0 19:11   8 10   
2. Japan      4 3 1  10:9   1  9   
3. Slowenien  4 3 1  12:5   7  9   
4. Ukraine    4 1 3 10:11  -1  4   
5. Ungarn     4 1 3 11:14  -3  4   
6. Südkorea   4 0 4 10:22 -12  0 **
**  = Absteiger

Samstag:
Ungarn - Japan 05.30 Uhr
Österreich - Slowenien 09.00 Uhr
Südkorea - Ukraine 12.30 Uhr

Bereits gespielt:

Ukraine - Österreich 2:3 n.V.
Japan - Slowenien 2:1
Südkorea - Ungarn 4:7

Österreich - Japan 4:1
Ungarn - Ukraine 0:3
Slowenien - Südkorea 4:0

Slowenien - Ungarn 2:0
Ukraine - Japan 2:3
Österreich - Südkorea 7:4

Stimmen

Dieter Kalt (Teamchef-Assistent Österreich): "Es war ein sehr schweres Spiel. Die Leistungsschwankungen waren sehr groß, die Ungarn im ersten Drittel sehr dominant. Da waren wir zu passiv. Dann gab es schöne Tore von uns, das hat Energie gegeben. Im dritten Drittel stand das Spiel auf Messers Schneide. Das war hart, aber letztlich ein gerechter Sieg. Wir haben das Spiel ändern müssen, waren zu passiv. Wir haben es geschafft, das 0:2 aufzuholen, noch einmal darf das nicht passieren."

Thomas Koch (Kapitän Österreich): "Es war sehr schwierig. Wir sind zweimal in Rückstand geraten, das war ein Weckruf für uns, dann haben wir angefangen, Eishockey zu spielen. Je länger das Spiel gedauert hat, desto besser sind wir reingekommen. Dann haben wir uns in die Overtime gebissen. Das zeugt von Charakter und dass die Mannschaft nie aufgibt, auch nach Rückschlägen. Wir haben ein gutes Mannschaftsgefüge."

Thomas Hundertpfund (Torschütze Österreich): "Wichtig, dass wir wieder gewonnen haben. Es war das erwartet schwere Spiel. Jetzt wollen wir die Slowenen auch noch biegen. Ich glaube, gegen Slowenien wird es das schwerste Spiel des Turniers werden. Slowenien ist Favorit. Wir haben eine junge Truppe und müssen defensiv gut stehen."

Dominique Heinrich (Torschütze Österreich): "Meine Tore waren wichtig für die Mannschaft und dass wir das Spiel umgedreht haben. Aber es ist nicht nur an meinen zwei Toren gelegen, dass wir das Spiel gewendet haben. Es ist schwierig, Rückstände aufzuholen. Wir wollen am Samstag von Beginn an da sein und in Führung gehen. Wir wissen, was wir zu tun haben. Wir wollen drei Punkte holen und in die A-Gruppe aufsteigen, das liegt ganz allein an uns."

  • Für die schönste Aktion des Spiels zeichnete Thomas Hundertpfund verantwortlich.
    foto: epa/kim soo-han

    Für die schönste Aktion des Spiels zeichnete Thomas Hundertpfund verantwortlich.

  • Freude.
    foto: epa/kim soo-han

    Freude.

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