Nepal droht Finanzdesaster

23. April 2014, 18:43
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Millionenverlust für Staat und Tourismusbranche

Kathmandu - Das Lawinenunglück mit mindestens 16 toten Sherpas am Mount Everest wird nun auch zu einem Desaster für die Bergsteigerbranche: Nach der Entscheidung der nepalesischen Bergführer, wegen des Unglücks heuer alle Expeditionen abzusagen, haben bereits drei große Expeditionsorganisatoren für dieses Jahr Touren auf den höchsten Berg der Welt gestrichen.

"Nach langer Diskussion und nach Berücksichtigung aller Aspekte wurde beschlossen, diese Saison aufzugeben", hieß es bei der in Neuseeland beheimateten Firma Adventure Consultants. Auch die Alpine Ascents International und der Discovery Channel haben ihre Everest-Projekte auf Eis gelegt.

Der nepalesischen Tourismusbranche und dem Staat drohen verheerende Einbußen. Die Regierung rechnete in dieser Saison allein mit drei Millionen Dollar (2,17 Millionen Euro) an Gebühren, allein für heuer wurden Lizenzen für 32 Expeditionen mit insgesamt 734 Teilnehmern, darunter 400 Sherpas, erteilt. Nepal zählt mit einem Jahres-Pro-Kopf-Einkommen von 692 US-Dollar (rund 500 Euro) zu den zwanzig ärmsten Staaten der Welt. (red, DER STANDARD, 24.4.2014)

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