Staat langt immer kräftiger zu

23. April 2014, 18:56
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Einnahmen fast 50 Prozent - Eurozonen-Defizit sinkt

Wien/Luxemburg - Die sogenannten Sparpakete der letzten Jahre haben die Erlöse der Republik deutlich angekurbelt. Nach jüngsten Eurostat-Daten stiegen die Staatseinnahmen 2013 auf 49,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Zum Vergleich: 2011 lag die Quote noch bei 48,3 Prozent des BIP. Österreich liegt damit deutlich über dem Verhältnis in der Eurozone, das im Vorjahr bei 46,8 Prozent lag.

Besser als der Durchschnitt der Währungsunion schneidet die Republik beim Defizit ab, das 2013 auf 1,5 Prozent des BIP zurückging. Es macht damit die Hälfte des Budgetlochs der Eurozone aus. Immerhin gelang dem Währungsblock erstmals seit Ausbruch der Finanzkrise das Erreichen der Maastrichtschwelle von drei Prozent. 2012 hatte die Lücke noch 3,7 Prozent der Wirtschaftskraft ausgemacht, 2010 sogar 6,2 Prozent. Neuerlich gestiegen - und zwar von 90,7 auf 92,6 Prozent - ist allerdings der Schuldenstand der Eurozone. Das höchste Defizit fuhr im Vorjahr Slowenien mit 14,7 Prozent ein, vor Griechenland (12,7) und Irland (7,2). Einen Überschuss erzielte lediglich Luxemburg, Deutschland erreichte immerhin einen annähernd ausgeglichenen Haushalt.

Der österreichische Haushalt wurde im Vorjahr neuerlich vom Bankenpaket stark belastet, das mit knapp 1,9 Mrd. Euro zu Buche schlug. Haftungsentgelten und Dividenden im Ausmaß von 463 Mio. Euro standen Ausgaben von 2,36 Mrd. Euro gegenüber. Das gesamte Defizit, das auf die Bankenhilfen zurückzuführen ist, erhöht sich seit 2009 auf 6,2 Mrd. Euro. Die jüngste Hypo-Spritze ist dabei noch nicht inkludiert.  (as, DER STANDARD, 24.4.2014)

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