Bawag baut um und denkt nach

23. April 2014, 18:50
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Aktionäre sollen Börsengang sondieren - Kreditfabrik steht

Wien - Die Bawag baut ihre Organisation weiter um. Der fürs Personalabbau-Programm "Bolero" installierte Sozialplan läuft Ende Juni aus; die ausgegliederte Gesellschaft ("Kreditfabrik"), deren 140 Leute fürs Kreditgeschäft zuständig sind, gibt es bereits. Auf der anderen Seite holt die von Byron Haynes geführte Bank ausgegliederte Abteilungen bzw. deren Mitarbeiter wieder in die Filialen zurück.

Etwa den mobilen Vertrieb oder die vor rund fünf Jahren abgetrennte "Small-Business-Abteilung" (für Klein- und Mittelbetriebe). Wobei es bei der Rückholung zu weiterem Mitarbeiterabbau gekommen sein soll. In den Filialen selbst will man künftig mehr auf Teilzeitarbeit setzen, heißt es in der Bank.

Fortschritte gibt es dem Vernehmen nach beim größten Sorgenkind der Bank, dem Gerichtsstreit mit der Stadt Linz. Da geht es um jenes Swap-Geschäft, bei welchem dem jeweiligen Prozessverlierer ein Schaden von rund 510 Mio. Euro droht. Bawag-Chef Haynes soll nun eine "gute Gesprächsbasis" mit dem Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) gefunden haben. Angestrebt wird ja ein Vergleich, allerdings legt sich die Linzer ÖVP quer.

Die Erledigung des Linz-Problems gilt als Voraussetzung für einen Verkauf der Bank. Ihre Aktionäre, die US-Fonds Cerberus und Golden Tree, sind höchst ausstiegswillig. Laut Agentur Bloomberg "sondieren" sie derzeit einen Börsegang (IPO) - laut Standard-Recherche erwärmen sich dafür vor allem die zwei Cerberus-Männer im Vorstand. Es handle sich beim IPO um "ein Gerücht, das kommt und geht", kommentiert jedoch ein Bawag-Kontrollor. (gra, DER STANDARD, 24.4.2014)

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