Yline nur Spitze des Blasenbergs

23. April 2014, 18:17
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Internet-Pleiten von Libro über MCN bis Cybertron

Wien - Völlig überzogene Bewertungen an den Börsen, der Aufstieg der Glücksritter und Aktionäre, die nur eine Richtung kannten: die nach oben. So lässt sich die Situation zum Höhepunkt der Dotcom-Blase umreißen, die Anfang der 2000er-Jahre platzte. Yline war da kein Ausreißer, abgesehen davon, dass die Substanz sogar nach damaligen Tech-Standards besonders dürftig war.

Gläubigern in schlechter Erinnerung ist das Kapitel MCN. Der Investor und Bauherr Georg Stumpf baute auf seiner Wiener Millennium City die Millennium Communication Network auf, die Telefonie- und Provider-Aktivitäten startete. Nach einer kurzen Expansionsphase, zahlreichen Rechtsstreitereien - u. a. mit Yline - und gescheiterten Börsenplänen schlitterte MCN 2001 mit stattlichen Passiva von 318 Millionen Schilling in die Pleite. Immerhin konnte eine Ausgleichsquote von 40 Prozent aufgebracht werden.

Ähnlich wie die Stumpf-Firma waren auch bei Libro bzw. deren Internettochter Lion.cc Erwartungen und Kundenzahlen von Bedeutung, der Geldverbrennung wurde weniger Augenmerk geschenkt. Die Kapitalvernichtung im Onlinegeschäft brach Libro letztlich das Rückgrat. Aufstieg und Fall lagen auch bei Cybertron nahe beieinander, der alternative Telekombetreiber legte 2002 nach Libro und Austrian Energy die drittgrößte Pleite des Landes hin. Unbezahlte Rechnungen an Infrastrukturinhaber Telekom Austria waren der Auslöser der Insolvenz von Cybertron, die ebenso wie in den Fällen Yline und Libro auch Kleinaktionäre viel Geld kostete. Weitere abgestürzte Austro-Internetsterne sind u. a. red-stars.com, KPNQwest Austria, Ahead Communications und Blue C. (as, DER STANDARD, 24.4.2014)

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