Flug MH370: Ungewöhnliches Treibgut an der australischen Küste

23. April 2014, 16:24
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Neue Strategie für Suche nötig

Perth/Kuala Lumpur/Peking - In Australien ist Treibgut angespült worden, das von dem verschwundenen Malaysia-Airlines-Flugzeug stammen könnte. Die Transportsicherheitsbehörde ATSB sowie der Flugzeughersteller Boeing untersuchten anhand von Fotos, ob es sich um Teile von Flug MH370 handelt, berichtete die Koordinationsstelle für die Suche am Mittwoch in Perth an der australischen Westküste.

Damit kommt die Suche nach dem eigentlichen Wrack mit der Blackbox, von der Ermittler sich Aufschluss über den rätselhaften Irrflug der Maschine erhoffen, aber nicht voran. Der australische Regierungschef Tony Abbott kündigte an, die Suchstrategie müsse überdacht werden.

Erfolglose U-Boot-Suche

Das Treibgut wurde bei Augusta 320 Kilometer südlich von Perth sichergestellt. Nähere Einzelheiten nannte die Koordinationsstelle nicht. Es sei schon einmal Treibgut am Strand gesehen worden, das nach Flugzeugteilen aussah, berichtete die Polizei. Es habe sich dann als etwas anderes herausgestellt. Die Boeing mit 239 Menschen an Bord ist seit dem 8. März verschollen.

Die U-Boot-Suche nach dem Wrack in der vermuteten Absturzregion blieb bisher erfolglos. Das U-Boot Bluefin-21 habe etwa 80 Prozent des Gebiets abgesucht, teilte das Koordinationszentrum mit. "Wir müssen die Suche womöglich überdenken, aber wir werden nicht stoppen bis wir alles uns Mögliche getan haben, um dieses Rätsel zu lösen", sagte Abbott. Nach seinen Angaben ist die mögliche Absturzzone rund 1.700 Kilometer nordwestlich von Perth etwa 700 Kilometer lang und 80 Kilometer breit.

Vor mehr als sechs Wochen verschwunden

Experten schließen nicht aus, dass das Wrack an einer Meeresstelle liegt, die deutlich tiefer als 4.500 Meter ist. Das U-Boot Bluefin-21 kann nicht wesentlich tiefer tauchen. Es könnten aber andere U-Boote eingesetzt werden. Eines davon hat das Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel: "Abyss" kann 6.000 Meter tief tauchen. Die Kieler waren auch an der Suche nach dem 2009 im Atlantik abgestürzten Air-France-Flugzeug beteiligt. Das Wrack wurde nach zwei Jahren gefunden.

Die Malaysia-Airlines-Boeing verschwand vor mehr als sechs Wochen eine Stunde nach dem Start in Kuala Lumpur. Nach der Analyse von Satellitensignalen glauben die Ermittler, dass sie noch mehr als sieben Stunden weiter in Richtung Süden flog und abstürzte, als der Treibstoff ausging. Was sich an Bord zutrug, liegt bisher völlig im Dunkeln. Aufschluss kann nur die Blackbox geben, die technische Daten und Gespräche im Cockpit aufzeichnet. (APA, 23.4.2014)

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