ORF-Stiftungsrat: Küberl betont Unabhängigkeit

23. April 2014, 14:50
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"Nur dem ORF verpflichtet" - Kritik an Bestellungsmodus

Wien - Der von der Regierung in den ORF-Stiftungsrat entsandte Franz Küberl hat am Mittwoch seine Unabhängigkeit betont. "Ich bin als Stiftungsrat nur dem ORF verpflichtet, sonst niemandem; keiner Partei und auch keiner Regierung", sagte der steirische Caritasdirektor und langjährige Caritaspräsident gegenüber "Kathpress".

Das seien auch die Vorgaben gewesen, unter denen er der Entsendung durch die Regierung zugestimmt habe. Seine Aufgabe sei es, "daran mitzuwirken, dass der ORF unter vernünftigen wirtschaftlichen und inhaltlichen Voraussetzungen existieren kann". Die entscheidende Herausforderung sei es, den ORF so aufzustellen, dass er in Österreich "Marktführer, Meinungsführer und Qualitätsführer bleibt, und das im TV-, Radio- und Online-Bereich", betonte Küberl.

Kritik an Bestellungsmodus

Den neuen Bestellungsmodus der Stiftungsräte hält Küberl nur für die "zweitbeste Lösung". Nach den früheren Regeln wurde einer der beiden Kirchenvertreter im Publikumsrat automatisch von diesem in den Stiftungsrat entsandt. Dies war seit Bestehen dieser Regelung immer Küberl. Nach den neuen gesetzlichen Bestimmungen teilten sich die Regierungsparteien in jeweils vier SP-nahe und VP-nahe Räte sowie einen unabhängigen Vertreter auf - konkret Küberl. Dieser interpretierte seine jetzige Entsendung so: "Es gibt wohl großen Respekt der Regierung, dass auch ein Vertreter aus dem kirchlichen Umfeld im Stiftungsrat vertreten sein soll." Für Küberl wäre es aber vernünftiger, dass es künftig wieder eine klare rechtliche Regelung gibt, mit der ein Kirchenvertreter im höchsten ORF-Gremium vertreten ist.

Mit seiner Entsendung in den Stiftungsrat legt Küberl zugleich seinen Sitz im Publikumsrat zurück. Als seinen Nachfolger hat die Österreichische Bischofskonferenz Alfred Trendl, Präsident des Katholischen Familienverbandes Österreich (KFÖ), nominiert. Das bestätigte Peter Schipka, Generalsekretär der Bischofskonferenz, gegenüber "Kathpress". (APA, 23.4.2014)

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