Keine Einigung auf neuen Präsidenten im Libanon

23. April 2014, 14:45
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Zweite Runde am kommenden Mittwoch

Beirut - Die durch den Syrien-Krieg tief gespaltenen Parteien im Libanon können sich nicht auf einen Präsidenten einigen. Im ersten Wahlgang stimmten am Mittwoch 48 Parlamentsabgeordnete für den ehemaligen Milizenkommandeur Samir Geagea. Der von Drusenführer Walid Jumblatt vorgeschlagene Kandidat Henri Helou erhielt 16 Stimmen. Nur eine Stimme entfiel auf den früheren Präsidenten Amine Gemayel.

Die restlichen der insgesamt 124 Stimmzettel wurden von den Abgeordneten entweder falsch ausgefüllt oder leer abgegeben. Parlamentspräsident Nabih Berri erklärte, die zweite Runde der Abstimmung werde am Mittwoch kommender Woche stattfinden.

Die Zukunftsbewegung hatte zusammen mit einigen verbündeten Parteien Samir Geagea nominiert, der während des Bürgerkrieges die christlichen Forces Libanaises kommandiert hatte. Als Favorit der schiitischen Hisbollah, die im Syrien-Konflikt mit dem Regime von Präsident Bashar al-Assad kämpft, gilt Ex-General Michel Aoun. Er ist allerdings bisher noch nicht offiziell Kandidat.

Im Libanon herrscht ein religiöses Proporz-System, wonach nur ein maronitischer Christ Präsident werden kann. Der Parlamentspräsident ist danach stets ein Schiit. Das Amt des Ministerpräsidenten bekleidet ein sunnitischer Muslim. (APA, 23.4.2014)

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