Mehrheit der Reise-Webseiten ist mangelhaft

23. April 2014, 15:22
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Die Europäische Kommission hat die Webseiten von Reiseanbietern untersucht und bei 69 Prozent Mängel festgestellt. An der Behebung wird gearbeitet

Eine EU-weite Überprüfung von Flug- und Hotelanbietern durch die Europäische Kommission zeigte, dass lediglich 31 Prozent der überprüften Online-Anbieter dem europäischen Verbraucherrecht entsprachen.

Untersucht wurden direkte Anbieter von Hotels und Flügen sowie Zwischenhändler. Die Webseiten wurden von nationalen Verbraucherbehörden vorgeschlagen und dann selbst überprüft. In Österreich sind neun Anbieter kontrolliert worden, sechs davon waren mangelhaft. Einer hat seine Inhalte inzwischen angepasst, gegen vier andere laufen noch Maßnahmen.

Insgesamt wurden 552 Webseiten in ganz Europa überprüft, 382 davon entsprachen nicht dem Verbraucherrecht. Die Überprüfung wurde durchgeführt, weil immer mehr Konsumenten Hotels oder Flüge online buchen. Im Jahr 2012 waren dies bereits 32 Prozent aller Konsumenten mit Internetanschluss. Dabei gibt es gerade bei dieser Buchungsvariante immer wieder Probleme, 2013 wurden alleine bei Flugreisen 5.950 Beschwerden in europäischen Verbraucherzentren verzeichnet.

"Ein Drittel der Internetnutzer in der Europäischen Union bucht Reisen und Unterbringung online. Sie müssen sich darauf verlassen können, dass die Online-Buchung sicher und zuverlässig funktioniert", sagte Neven Mimica, EU-Kommissar für Verbraucherpolitik.

Auf der Suche nach Mängel

Der "Travel Service Sweep" wurde im Juni des Vorjahres in allen - damals noch ohne Kroatien - 27 Mitgliedsstaaten, sowie Island und Norwegen durchgeführt. Nach der Kontrolle der Seiten werden die Mängel den Anbietern gemeldet und ihre Beseitigung kontrolliert. Zur Zeit ist diese Phase noch am Laufen.

Kontrolliert wurde, ob die Webseiten dem europäischen Verbraucherrecht entsprechen. Dazu zählt, dass alle wesentlichen Informationen zu den angebotenen Dienstleistungen leicht zugänglich und verständlich formuliert sind, dass alle anfallenden Kosten transparent und frühzeitig angegeben werden und dass der Konsument über die Identität des Anbieters, sowie über Kontakt- und Beschwerdemöglichkeiten aufgeklärt wird.

Am häufigsten (162 Webseiten) wurden fehlende Angaben zum Dienstleistungsanbieter bemängelt, wozu fehlende Kontaktmöglichkeiten gehören, insbesondere eine E-Mail-Adresse. Sehr häufig (157 Webseiten) fehlten klare Angaben zum Beschwerdeverfahren. Ein weiteres Manko war, dass fakultative Kosten - also Kosten, die nicht für jeden Konsumenten anfallen - nicht auf "Opt-Out"-Basis angeboten wurden (133 Anbieter). Mit anderen Worten sind Konsumenten in diesem Fall dazu gezwungen, aktiv ein Häkchen bei einem Zusatzangebot wegzuklicken. Vielen Konsumenten ist gar nicht bewusst, dass sie Angebote kaufen, die sie nicht gewählt haben. Auf 112 Websites wurde der Gesamtpreis der Dienstleitung nicht unmittelbar angezeigt.

Europaweit haben bereits 173 Anbieter die Mängel beseitigt, gegen die restlichen 209 laufen administrative bzw. rechtliche Maßnahmen. 52 Anbieter haben die Überarbeitung ihrer Webseiten zugesichert. (todt, derStandard.at, 23.4.2014)

  • Einfach, schnell und unkompliziert ist das Buchen im Internet. Im Idealfall.
    foto: reuters/stoyan nenov

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