Ehrenhauser zieht im Hippiebus weiter

23. April 2014, 12:36
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"Europa anders"-Spitzenkandidat verlässt Ballhausplatz und will durch die Bundesländer touren - Wahlkampfauftakt am Montag vor dem Parlament

Wien - Andreas Schieder, Klubobmann der SPÖ, hat abgelehnt, als ihm Martin Ehrenhauser, Spitzenkandidat von "Europa anders", vor dem Bundeskanzleramt eine Unterstützungserklärung für sein Haftungsboykott-Volksbegehren abringen wollte. Schieder war am Mittwochvormittag zu Fuß zum Ministerrat gekommen. Wer aber lieber kein gemeinsames Bild von sich und dem aktivistischen EU-Kandidaten haben wollte, zog es vor, sich mit dem Dienstwagen in den Innenhof des Bundeskanzleramts chauffieren zu lassen.

Wahnwitzig groß

Bei einer improvisierten Pressekonferenz auf dem Gehsteig kündigte Ehrenhauser dann an, den Ballhausplatz zu verlassen, um nach Linz zu reisen. Dort soll der Hauptplatz für die nächsten Tage seine neue Schlafstätte sein. Am Sonntag geht es schließlich zurück nach Wien. Vor dem  Parlament soll dann die  Rund-um-die-Uhr-Kundgebung fortgesetzt werden. Tags darauf will das Wahlbündnis dann seinen Wahlkampfauftakt vor dem Parlament feiern. Man habe mit etwas "wahnwitzig Großem" zu rechnen, wie ein Sprecher zu derStandard.at sagte. Auch andere Landeshauptstädte will Ehrenhauser noch beehren, Innsbruck und Graz stehen fix auf dem Programm. Und überhaupt: Bis zum Wahltag am 25. Mai will er durchgehend unter freiem Himmel schlafen.

Und sonst? "Europa anders" brachte ein neues Schild für das Bundeskanzleramt mit. Aufgrund des "postdemokratischen" Zustands der Politik wolle er das Bundeskanzleramt umbenennen, und zwar in "Europäischer Bankenverband", verkündete Ehrenhauser. Für die Kameras und gemeinsam mit seinen Mitstreitern hielt der Spitzenkandidat das Schild in die Höhe. Nach wenigen Minuten wurde die Spezialanfertigung aus Glas wieder sorgfältig verpackt.

Schließlich setzte sich der Wahlkämpfer an das Steuer eines mit Blumen beklebten Busses. Wieder Fotos. Mittwochabend, so der Plan, soll er mit dem klapprigen VW in Linz eintreffen. (burg, derStandard.at, 23.4.2014)

  • "Europa anders"-Spitzenkandidat Martin Ehrenhauser tauschte für kurze Zeit sein Pappschild gegen ein Glasschild.
    foto: christian fischer/der standard

    "Europa anders"-Spitzenkandidat Martin Ehrenhauser tauschte für kurze Zeit sein Pappschild gegen ein Glasschild.

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