Wien durch die Linse einer Polaroidkamera

Ansichtssache24. April 2014, 10:50
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"Polawalk" verbindet Sightseeing mit Sofortbildfotografie und selbst gemachten Erinnerungsstücken

Wien - Die Standardtour beginnt am Karlsplatz. Treffpunkt für die Teilnehmer sind die Stufen der Karlskirche. Der erste Halt wird beim Otto-Wagner-Pavillon gemacht, dann geht es weiter zur Oper, zur Albertina, durch den Burggarten an der Hofburg vorbei in Richtung Börse. Anders als bei einer klassischen Sightseeing-Tour erfahren die Teilnehmer hier aber wenig über die Hintergründe der Sehenswürdigkeiten. Stattdessen wird ihnen eine originale Polaroidkamera überreicht und erklärt, wie Sofortbildfotografie funktioniert.

Das Konzept heißt "Polawalk" und wurde von Gilbert Lechner und Thomas Preyer im Frühjahr 2013 ins Leben gerufen. Ihre Begeisterung für Sofortbildfotografie verbinden sie mit der Idee, Touristen und Einheimischen eine Aktivität anzubieten, bei der sie nicht nur Wien von einer neuen Seite kennenlernen, sondern auch gleich eine handfeste Erinnerung mitnehmen können, nämlich acht selbst geschossene Sofortbilder.


Foto: Christa Minkin

Angeboten werden derzeit die Standard- sowie die Urban-Tour. Die eine deckt die wichtigsten Sehenswürdigkeiten ab, die andere bewegt sich rund um die Innenstadt, im Museumsquartier, am Karmelitermarkt und am Donaukanal. Dass diese Punkte für Einheimische wenig Neues bieten, findet Lechner nicht: "Du kennst es, aber du hast noch nie ein Foto davon gemacht."

Die Kameras werden für die zwei- bis dreistündige Tour von "Polawalk" zur Verfügung gestellt. Die Kosten betragen je nach Art der Tour 49 oder 59 Euro. Ein Film für acht Fotos ist im Preis inkludiert. Der stammt aber nicht von Polaroid, sondern von "The Impossible Project", einem Unternehmen, das sich der Rettung der Sofortbildfotografie verschrieben hat. Im Jahr 2008, als Polaroid die Einstellung der Filmproduktion verkündete, wurde die letzte Fabrik in den Niederlanden aufgekauft und das Filmmaterial neu entwickelt. Schätzungen zufolge gibt es etwa 300 Millionen Polaroidkameras auf der Welt. Die wären ohne die passenden Filme wertlos gewesen, sagt Gilbert.

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foto: christa minkin

Beim Otto-Wagner-Pavillon erklärt Lechner den Tour-Teilnehmerinnen Alex und Teresa, worauf sie bei ihrem ersten Sofortbild achten sollten: Wie fällt die Sonne, wo ist der Schatten, wie sollte der Bildausschnitt gewählt werden. Eine längere Einführung in die Polaroid-Fotografie gab es schon auf den Stufen der Karlskirche. Dort durften alle mit "Dummys" experimentieren, bevor sie den echten Film einlegen. Gilbert zeigte auch Beispielfotos und erklärte, warum bestimmte Fehler und Effekte entstehen können.

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