Asteroiden-Treffer, die Metropolen zerstören können, sind häufiger als gedacht

23. April 2014, 11:19
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Seit 2000 wurden 26 Einschläge mit einer Sprengkraft zwischen einer und 600 Kilotonnen TNT registriert

Seattle - Die Erde wird häufiger von mittelgroßen Asteroiden betroffen als bislang angenommen. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung hervor, die von der privaten Stiftung B612 am Dienstag in Seattle im US-Staat Washington veröffentlicht wurde. Demnach wurde unser Planet seit der Jahrtausendwende von mindestens 26 großen Asteroiden mit einer Sprengkraft zwischen einer und 600 Kilotonnen TNT getroffen. Die vom US-Astronauten Ed Lu mitgegründete Stiftung ist dabei, Geld für ein entsprechendes Frühwarnsystem zu sammeln.

Die Erde kollidiere ständig mit Bruchstücken von Asteroiden, argumentierte die Stiftung, die nach dem Heimat-Asteroiden der Romanfigur "Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupery benannt ist. Die meisten kosmischen Geschosse explodierten zu weit oben in der Atmosphäre, um ernsthafte Schäden anzurichten.

In den vergangenen zwölf Jahren habe es jedoch Treffer mit mehr als 20 Kilotonnen Sprengkraft in Indonesien, dem Südpolarmeer, dem Mittelmeer und in Russland gegeben. Der Tscheljabinsk-Asteroid, der vergangenes Jahr über der russischen Stadt niederging, habe eine Sprengkraft von 600 Kilotonnen gehabt - 40 Mal mehr als die Hiroshima-Bombe. Entdeckt wurden die mindestens 26 Asteroidentreffer seit dem Jahr 2000 mithilfe eines globalen Netzwerks, das eigentlich dafür geschaffen wurde, nach nuklearen Explosionen zu lauschen.

Nur ein geringer Teil der Asteroiden wird entdeckt

"Während die meisten großen Asteroiden, die ein ganzes Land oder einen gesamten Kontinent zerstören können, entdeckt sind, haben alle existierenden Observatorien im Weltraum oder auf dem Erdboden weniger als 10.000 der mehr als eine Million gefährlichen Asteroiden gefunden, die eine Metropolregion zerstören können", betonte Lu in einer Mitteilung der Stiftung. Diese will ein privat finanziertes Infrarot-Teleskop im Erdorbit stationieren, das potenziell gefährliche Geschosse Jahre im Voraus erspähen soll, so dass Zeit für Abwehrmaßnahmen bleibt. (APA/red, derStandard.at, 23.04.2014)

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    illustration: fredrik/nasa
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