Atletico kann Chelsea nicht knacken

22. April 2014, 23:08
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Londoner holen im Halbfinal-Hinspiel in Madrid in unnachahmlicher Mourinho-Manier ein wertvolles 0:0

Madrid - Der FC Chelsea hat gute Chancen, zum dritten Mal das Finale in der Champions League zu erreichen. Im Halbfinal-Hinspiel erreichte der viermalige englische Meister am Dienstag ein 0:0 bei Atlético Madrid und hat damit eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am kommenden Mittwoch an der Stamford Bridge in London.

Die Spanier fanden im heimischen Estadio Vicente Calderon kein Mittel gegen die konsequenten Defensivtaktik von Chelsea-ManagerJose Mourinho. Der Portugiese ist damit weiter auf Kurs, als erster Trainer den Bewerb mit einem dritten Verein zu gewinnen (zuvor 2004 mit dem FC Porto und 2010 mit Inter Mailand).

Phasenweise verteidigten die Londoner zum Missfallen der 50.000 Zuschauer mit bis zu neun Mann im und um den eigenen Strafraum. Einzig Fernando Torres, der als Solospitze den angeschlagenen Samuel Eto'o ersetzte, war etwas weiter vorne postiert. Der Spanier, bei Atlético groß geworden, war aber völlig auf sich allein gestellt.

Atlético rannte von Beginn weg beherzt gegen den englischen Abwehrriegel an. Die erste gefährliche Aktion resultierte aus einem Eckball, den Koke mit Chuzpe direkt aufs Tor zog (15.). Petr Cech faustete den Ball weg, stürzte danach jedoch unglücklich über den von David Luiz gestoßenen Atletico-Mittelfeldspieler Raul Garcia zu Boden und verletzte sich an der rechten Schulter. Sein 103. Champions-League-Spiel war bereits nach 17 Minuten beendet, Mark Schwarzer kam mit 41 Jahren unverhofft zu seinem zweiten Einsatz und avancierte damit zum bislang zweitältesten Spieler in der CL. Für den früheren Welttorhüter Cech ist die Saison nach Angaben von Mourinho vorzeitig zu Ende. Eine genaue Diagnose steht allerdings noch aus.

Das Bollwerk hält

Danach agierte Chelsea noch destruktiver, Atlético fehlten gegen das Bollwerk die spielerischen Mittel. 63 Prozent Ballbesitz und 10:2 Torschüsse wies die Statistik schon zur Pause zugunsten der Spanier aus, die auch nach der Pause kaum zu Chancen kamen. Da taten die Blues zumindest phasenweise etwas mehr für das Spiel. Allerdings musste auch Kapitän John Terry mit einer Knöchelblessur vom Platz (72.). Der makellose Schwarzer musste sich bei einem Freistoß von Atletico-Kapitän Gabi strecken (78.). Ein Kopfball von Arda Turan ging neben das Tor (79.), ein weiterer von Diego Costa war für den Australier kein Problem (92.). Damit hatte Chelsea das angestrebte 0:0 im Sack.

Atlético bleibt damit in dieser Saison in der Champions League weiterhin ungeschlagen, die letzte Pflichtspielniederlage der Madrilenen ist bereits zwei Monate her. Das 0:0 lässt beiden Teams alle Möglichkeiten, den Spaniern würde mit einem Auswärtstor in London auch ein Unentschieden zum ersten Finaleinzug im wichtigsten Europacup-Bewerb seit 1974 reichen. 

Chelsea muss an der heimischen Stamford Bridge auf Frank Lampard und John Obi Mikel verzichten, sie sind nach ihrer dritten Gelben Karte ebenso gesperrt wie Madrids Gabi.

Das zweite Halbfinal-Hinspiel findet am Mittwochabend ebenfalls in Madrid statt. Titelverteidiger Bayern München gastiert bei Real Madrid. (sid/APA/red, 22.4.2014)

Champions League, Halbfinal-Hinspiel, Dienstag

Atletico Madrid - Chelsea 0:0
Estadio Vicente Calderon, 50.000 Zuschauer, SR Eriksson (SWE)

Atletico: Courtois - Juanfran, Miranda, Godin, Filipe Luis - Raul Garcia (86. Villa), Gabi, Mario Suarez (80. Sosa), Koke - Diego Costa, Diego (60. Arda Turan)

Chelsea: Cech (18. Schwarzer) - Azpilicueta, Cahill, Terry (73. Schürrle), Cole - Mikel, David Luiz, Lampard - Ramires, Torres, Willian (94. Demba Ba)

Gelbe Karten: Gabi (im Rückspiel gesperrt), Miranda bzw. Lampard (im Rückspiel gesperrt), Mikel (im Rückspiel gesperrt)

Die Besten: Juanfran, Raul Garcia, Diego bzw. David Luiz

Rückspiel am 30. April

Zweites Halbfinale (Hinspiel am Mittwoch): Real Madrid - Bayern München

  • Mark Schwarzer, 41-jähriger Tormann-Routinier Chelseas, sprang nahtlos für den verletzt ausgeschiedenen Petr Cech in die Bresche.
    foto: ap/kudacki

    Mark Schwarzer, 41-jähriger Tormann-Routinier Chelseas, sprang nahtlos für den verletzt ausgeschiedenen Petr Cech in die Bresche.

  • Da stößt der Helm an seine Grenzen.
    foto: reuters/perez

    Da stößt der Helm an seine Grenzen.

  • Seine Marschroute stimmt: Jose Mourinho.
    foto: apa/epa/martin

    Seine Marschroute stimmt: Jose Mourinho.

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