Bücher, Liebe, Todestage

22. April 2014, 17:39
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Heute ist Welttag des Buches und des Urheberrechts

Wien - Miguel de Cervantes und William Shakespeare haben das gleiche Sterbedatum, den 23. April 1616. Dennoch starben sie nicht am gleichen Tag, weil im 17. Jahrhundert in Spanien schon der gregorianische Kalender galt, während England noch im julianischen rechnete. Shakespeare starb mithin zehn Tage nach dem spanischen Nationaldichter.

Obwohl Goethe schon vor mehr als 200 Jahren einen Gedenktag für William Shakespeare gefordert hatte, sollte es dann bis 1995 dauern, dass der 23. April von der Unesco zum Welttag des Buches und - zunehmend wichtiger - des Urheberrechts erklärt wurde. Den Antrag darauf stellte Spanien. Nicht nur Cervantes wegen, schließlich gilt der heutige Georgstag in Katalonien schon seit langer Zeit als Tag der Liebe - und des Buches, wobei es vor allem die Frauen sein sollen, die ihren Männern Bücher schenken, Herren, so heißt es, greifen eher zur Rose.

Apropos greifen: Ab heute ist auch die alljährlich vom Hauptverband des Österreichischen Buchhandels zum Buch- und Lesefesttag gratis abgegebene Anthologie österreichweit in Bibliotheken und ausgewählten Buchhandlungen erhältlich (eine Liste der Buchhandlungen ist unter www.buecher.at abrufbar). Die heuer von Elisabeth Orth und Gerald Schantin herausgegebene Welttagsanthologie steht unter dem Titel Erlesenes Theater. Auf 96 Seiten vereint der Band Texte von Schriftstellern, Schauspielern und Regisseuren (u. a. Peter Altenberg, Hermann Beil, Friedrich Dürrenmatt, Erich Kästner, Max Reinhardt sowie Kleist, Schiller, Lessing und natürlich Shakespeare).

"Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle. Es ist das Grundgefühl, das an der Wiege von wahrer Kunst und Wissenschaft steht" lautet das von Albert Einstein stammende Motto der Anthologie. Überzeugen kann man sich von dieser Schönheit und - nicht nur heute - die Augen öffnenden Kraft der Literatur bei zahlreichen Lesungen, die anlässlich des Welttages in ganz Österreich abgehalten werden. (steg, DER STANDARD, 23.4.2014)

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