Mont-Blanc-Tunnel wegen Erdrutschgefahr gesperrt

22. April 2014, 16:41
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400.000 Kubikmeter in Bewegung

Rom/Paris - Bei Courmayeur im italienischen Aosta-Tal wächst die Gefahr eines gewaltigen Erdrutsches. In der Nacht auf Dienstag rutschten bereits etwa 20.000 Kubikmeter Felsgestein vom Monte di La Saxe bei der Ortschaft La Palud ins Tal, wie italienische Medien berichteten. Der Mont-Blanc-Tunnel zwischen Frankreich und Italien, dessen Ausfahrt in der Nähe liegt, musste für nahezu zwei Stunden gesperrt werden.

Der Berg dort ist seit langem eine Gefahr, denn rund 400.000 Kubikmeter Geröll und Erde sind den Messungen zufolge ständig millimeterweise in Bewegung. Eine Mauer soll die Erdmassen stoppen.

Schutzwall geplant

Etwa 80 Menschen der Ortschaft La Palud waren bereits am 8. April in Sicherheit gebracht worden. Weil sich das Felsgestein samt Bäumen und Gebüsch mit wechselnder Geschwindigkeit auf das Tal zubewegt, planen italienische Techniker den Bau einer neun bis elf Meter hohen und 750 Meter langen Mauer, um den Bergrutsch eindämmen zu können. Die Errichtung des Schutzwalls dürfte jedoch einige Monate dauern.

Italiens Zivilschutzchef Franco Gabrielli überflog am Dienstag zum Baubeginn zusammen mit Spezialisten das gefährdete Gebiet. Er nannte die anstehenden Arbeiten zum Schutz der Ortschaft ein Beispiel für guten Zivilschutz, weil präventiv gehandelt und nicht wie sonst meist abgewartet werde. Ein Bergrutsch könnte dort 150 Gebäude bedrohen.

"Mit dem Frühjahr und der Schneeschmelze sind weitere Abgänge zu erwarten", sagte der Geologe Davide Bertolo dem "Corriere della Sera". Dann dringe noch mehr Wasser in den Berg und schaffe Druck. (APA, 22.4.2014)

  • Überblick über das Areal, wo etwa 20.000 Kubikmeter Felsgestein vom Monte di La Saxe bei der Ortschaft La Palud ins Tal gerutscht sind.
    foto: apa/epa/thierry pronesti

    Überblick über das Areal, wo etwa 20.000 Kubikmeter Felsgestein vom Monte di La Saxe bei der Ortschaft La Palud ins Tal gerutscht sind.

  • Da dort Geröll und Erde ständig millimeterweise in Bewegung sind, ist der Berg schon lange eine Gefahr.
    foto: apa/epa/benoit girod

    Da dort Geröll und Erde ständig millimeterweise in Bewegung sind, ist der Berg schon lange eine Gefahr.

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