Bisher unbekannte Reptilien-Art auf "Himmelsinseln" entdeckt

22. April 2014, 16:30
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Das Verbreitungsmuster der Eidechsen-Spezies Adolfus masavaensis bereitet den Zoologen Kopfzerbrechen

Manchmal geht es auf Gebirgsgipfeln zu wie auf tropischen Inseln: Sie weisen ihre ganz eigene Artenvielfalt auf, die auch nach ähnlichen Mustern entstanden sind. Während bei Inseln das umliegende Meer als Barriere fungiert, sind es bei Hochgebirgsarten die tieferen Lagen, an die die Arten nicht angepasst sind und sie damit isolieren. Nun hat ein internationales Team von Biologen auf solchen "Himmelsinseln" in Kenia eine bisher unbekannte Reptilien-Spezies entdeckt.

Identifiziert wurde die Echse aus der Familie der Eidechsen von Philipp Wagner vom Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig gemeinsam mit Zoologen aus den USA, Südafrika und Kenia. Die neue Spezies erhielt den Namen Adolfus masavaensis, beschrieben wurde sie in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Salamandra".

Schon der Name der neuen Art weist auf ihr Vorkommen in Hochgebirgen hin. Der "Mount Elgon" liegt auf der Grenze zwischen Kenia und Uganda und wurde von den Briten nach dem dort lebenden Stamm, den "Elgonyi" benannt. Diese wiederum nennen den Berg aber "Masava", was jetzt für die neue Eidechse zum Namenspatron wurde. Ein zweites Vorkommen der Art wurde auf den etwas weiter entfernten Aberdare Bergen entdeckt. Diese liegen dem Mount Kenya gegenüber wo die nächst verwandte Art vorkommt.

Überraschendes Verbreitungsmuster

"Dieses Verbreitungsmuster hat uns etwas überrascht, denn eigentlich rechneten wir mit drei deutlich getrennten Populationen auf den drei Berggipfeln und so ganz erklären können wir es noch nicht," erläutert Wagner die Ergebnisse der Studie. "Es wird wahrscheinlich so sein, dass durch wechselnde Klimabedingungen die Trennung zwischen Kenya und Aberdares sehr viel konstanter war, da zwischen den beiden Gipfeln nur Tiefland liegt. Zwischen den Aberdares und dem Elgon liegen aber andere Höhenzüge über die die Tiere noch länger hin und her wandern konnten." Tatsächlich trennen den Kenya und die Aberdares nur wenige Kilometer, die Aberdares und den Elgon aber mehrere hundert Kilometer.

Auch für den Arten- und Naturschutz hat die Entdeckung Folgen. "Bisher wurde sich in Afrika vorwiegend mit der Vielfalt und dem Schutz der Regenwälder beschäftigt. Unsere neue Art zeigt aber einmal mehr, dass die Artenvielfalt in den Trockengebieten und Hochgebirgsregionen stark unterschätzt wird. Gerade in diesen Gebieten müssen wir unsere Forschungen intensivieren um dem Naturschutz Antworten auf die Frage nach schutzwürdigen Lebensräumen geben zu können", erklärt Wagner. (red, derStandard.at, 22.04.2014)

  • Die Biologen fanden Adolfus masavaensis sowohl auf dem Mount Elgon als auch in den Aberdare Bergen. So ganz erklären können sich die Forscher dieses Verbreitungsmuster nicht.
    foto: w.r. branch

    Die Biologen fanden Adolfus masavaensis sowohl auf dem Mount Elgon als auch in den Aberdare Bergen. So ganz erklären können sich die Forscher dieses Verbreitungsmuster nicht.

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