Weltweiter Waschzwang aus dem Seifenspender

28. April 2014, 10:32
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Wer sich die Hände nicht waschen will, wird von einem piepsenden Seifenspender umgehend darauf hingewiesen, es doch zu tun

Reisende geben ein Vermögen aus und investieren viel Zeit, um die für ihr angepeiltes Reiseland erforderlichen Impfungen zu erhalten. Im Reiseland selber verzichten sie häufig auf frisches Obst und Gemüse, kühle Getränke mit Eis sind Tabu. Um Speiseeis wird ein großer Bogen gemacht und selbst Tiefkühlprodukte werden vorsichtig beäugt, da man nie weiß, ob die Kühlkette nicht bereits unzählige Male unterbrochen wurde, ehe die Frutti di Mare im Regal gelandet ist.

Dabei ist eine der größten Bakterienschleudern jenes Werkzeug, mit dem die Pizza dann gegessen wird: die Hand. Ein internationaler Konzern hat die Gefahr am eigenen Körper erkannt und macht sich nun auf, die Welt vor der Ausbreitung der gefährlichen Krankheitserreger zu schützen. Procter & Gamble aus den USA hat zu diesem Zweck einen Seifenspender entwickelt, der einen weltweiten Waschzwang verbreiten soll.

Handwaschfaulheit

Öffentliche Toiletten sind ein wahres Bakterienschlaraffenland und die menschlichen Hände ein begehrtes Transportmittel. Immerhin rund 90 Prozent der Frauen waschen sich laut Studien nach dem Toilettenbesuch die Hände. Bei den Männern empfinden nur rund die Hälfte bis drei Viertel die Notwendigkeit dazu. 

Das wird jetzt alles anders. Der Germ-Alarm von P&G weist säumige Toilettengeher auf ziemlich rüde Art darauf hin, sich doch bitte am Seifenspender zu bedienen, ehe sie die WC-Anlagen verlassen. Im Spender befindet sich antibakterielle Seife, die Keime abtötet und damit für mehr Sicherheit sorgen soll. Safeguard heißt das Wundermittel, das 99,9 Prozent der Keime abtöten soll.

Das Gerät registriert Toilettenbenutzer, beginnt zu jaulen, und hört auch nicht mehr damit auf, bis es gedrückt wird. Heimliches davonschleichen mit ungewaschenen Händen wird damit so gut wie unmöglich. (todt, derStandard.at, 28.4.2014)

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    foto: youtube/stacey manalac
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