Italiens Marine rettete 1.100 Flüchtlinge, Lega Nord will Ende der Hilfseinsätze

21. April 2014, 14:49
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800 Migranten am Sonntag, 300 weitere in der Nacht auf Montag in Sicherheit gebracht

Rom - Auch über die Ostertage hat die italienische Marine wieder Hunderte Flüchtlinge auf dem Mittelmeer in Sicherheit gebracht. In der Nacht auf Montag nahmen die Rettungskräfte südlich von Lampedusa mindestens 300 Migranten von kaum seetüchtigen Booten an Bord, wie die Marine mitteilte. Am Sonntag brachte sie mehr als 800 gerettete Flüchtlinge nach Sizilien.

Antrag der Lega Nord

Italiens rechtspopulistische Oppositionspartei Lega Nord hat indessen am Montag das sofortige Ende des Marine-Einsatzes "Mare Nostrum" zur Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer gefordert. "Wir werden dem Parlament den Antrag auf ein sofortiges Ende der Mission einreichen, das den italienischen Bürgern 300.000 Euro pro Kopf kostet", sagte Lega-Chef Matteo Salvini.

Die Gewissheit der Migranten, dass ihre Boote von der italienischen Marine gerettet werden, trage zu einem immer stärkeren Flüchtlingsstrom über das Mittelmeer bei, glaubt Salvini. Über das Osterwochenende wurden mehr als 1.100 Migranten von der italienischen Marine vor der Küste Siziliens gerettet.

Innenminister Angelino Alfano hatte vergangene Wochen die Verlegung des Sitzes der Grenzschutzagentur Frontex auf die Insel Lampedusa gefordert. Die Mission "Mare Nostrum" hatte im Oktober nach zwei Schiffsunglücken vor Lampedusa mit mehr als 360 Toten begonnen. Der Einsatz kostet dem italienischen Staat neun Millionen Euro pro Monat. Die Marine fordert zusätzliche Finanzierungen für Treibstoff, für die Erneuerung der Flotte und Ersatzteile für die Schiffe. Außerdem drängt Italien auf mehr Hilfe von der EU im Umgang mit dem Flüchtlingsproblem.

Seit Jahresbeginn sind nach Regierungsangaben bereits mehr als 20.000 Flüchtlinge über das Mittelmeer nach Italien gekommen. Nach den Schiffsunglücken mit mehr als 300 Toten vor der Insel Lampedusa im vergangenen Oktober hat Italien mit einer strikten Überwachung des Mittelmeerraums begonnen. (APA/red, derStandard.at, 21.4.2014)

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