Schicksalwoche für die Telekom - Syndikat soll am Mittwoch stehen

21. April 2014, 13:50
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Arbeitnehmervertreter legen sich quer

Die Telekom Austria steht vor einer schicksalhaften Woche. Am Mittwoch soll die Staatsholding ÖIAG den Syndikatsvertrag mit dem Großaktionär America Movil unterschreiben, so der Plan. Allerdings spießt es sich noch am Okay der Personalvertreter im Aufsichtsrat der ÖIAG. Zuletzt hatte der Chef der Arbeiterkammer Wien, Werner Muhm, deutlich Kritik an einem Syndikat mit den Mexikanern geübt.

Laut einem Bericht der "Presse"würde ein Scheitern des Syndikates bedeuten dass laut Übernahmegesetz ein Jahr lang nicht neu über einen Syndikatsvertrag verhandelt werden dürfe. Allerdings bestehe die rechtliche Möglichkeit diesen Zeitraum auf ein halbes Jahr zu verkürzen. In der Branche wird spekuliert dass die teilstaatliche Telekom dringend eine Kapitalerhöhung braucht, was damit für ein Jahr blockiert wäre. Allerdings hatte das Unternehmen zuletzt immer in Abrede gestellt dass ein unmittelbarer Bedarf nach mehr Kapital gegeben ist.

Widersprüche

Muhm sieht jedenfalls keinen Geldbedarf und sowohl Telekom wie auch ÖIAG gut aufgestellt. Ganz anders sieht das der Industrielle Ronny Pecik, der für America Movil im Aufsichtsrat der Telekom sitzt. Er sprach vergangene Woche davon dass sich die Telekom in einer "Todesspirale" befinde. Für Muhm ist dies wiederum nur ein Versuch, die Telekom möglichst günstig zu übernehmen. Wobei die Zahlen Muhm Recht geben: Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) der Telekom betrug im Vorjahr 377,6 Mio. Euro.

Derzeit hält die ÖIAG 28,42 Prozent an der Telekom Austria und America Movil - der Mobilfunker gehört dem reichsten Mann der Welt, Carlos Slim - 26,84 Prozent. Mit dem Syndikatsvertrag soll sicher gestellt werden, dass beide Großaktionäre abgestimmt miteinander vorgehen. Dem Vernehmen nach fordert die ÖIAG dass der Firmensitz in Österreich bleibt. Ein Beispiel für einen derartigen Syndikatsvertrag gibt es bereits, und zwar bei der ebenfalls teilstaatlichen OMV, die mit der IPIC aus Abu Dhabi syndiziert ist.

Mexiko: Monopol und Korruption

In Mexiko gehört Slim unter anderem der Monopolist Telemex, das Land hat eines der höchsten Telefontarife weltweit. Im Korruptionsindex von Transparency International steht Mexiko auf Platz 106 von 177 Ländern. Während in Österreich Gewerkschafter höchstens ein lautes Wort der Arbeitgeber "fürchten" müssen kann es in Mexiko durchaus um Leib und Leben gehen. Auch für Journalisten gilt das Land als eines der gefährlichsten weltweit. (APA, derStandard.at, 21.4.2014)

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    foto: reuters/bader

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