Stromausfall nach Explosion in Kraftwerk in Gibraltar

20. April 2014, 23:15
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Dunkle Rauchwolke über Teilen der britischen Exklave

Gibraltar/Madrid - Eine Explosion in einem Kraftwerk hat am Sonntag für Stromausfälle in weiten Teilen Gibraltars gesorgt. Einige Online-Wettdienste, die ihren Sitz in der britischen Exklave haben, waren deshalb für mehrere Stunden nicht erreichbar. Die Stromversorgung wurde nach Angaben der Behörden am späten Sonntagabend wieder hergestellt. Hintergrund der Zwischenfalls war offenbar ein defekter Generator.

Die Polizei in des im Süden Spaniens gelegenen Territoriums schloss Sabotage als Ursache aus. Ein Generator sei aufgrund eines mechanischen Problems in Brand geraten und anschließend explodiert. Über dem Kraftwerk stieg dichter Rauch auf. Die Polizei riet den Bewohnern, die Fenster geschlossen zu halten.

Verletzt wurde bei dem Brand niemand. Allerdings musste das benachbarte Büro des Online-Wettdienstes William Hill geräumt werden. Auch andere namhafte Anbieter wie Ladbrokes und Betfred mussten wegen des Stromausfalls ihre Online-Dienste für mehrere Stunden einstellen. Gibraltar ist wegen der günstigen Steuern ein Paradies für Internet-Wettbüros und -Casinos. Nach Angaben der Regierung werden 60 Prozent des lukrativen Online-Geschäfts über Gibraltar abgewickelt.

Trauern um Gewinne, verschont vor Verlusten

William-Hill-Sprecher Graham Sharpe entschuldigte sich bei den Kunden für den "unvorhersehbaren" Vorfall. Einige würden nun ihren entgangenen Gewinnen nachtrauern, sagte Sharpe. Andere seien durch den Stromausfall aber vor Verlusten verschont geblieben.

Am späten Abend gab der Regierungschef von Gibraltar, Fabian Picardo, dann bekannt, dass das Problem behoben sei. Die Reparaturarbeiten hätten zu lange gedauert, beklagte er im Online-Dienst Twitter. Hieraus müssten nun Lehren gezogen werden.

Gibraltar ging 1713 dauerhaft von Spanien an Großbritannien über, allerdings erkennt Madrid die britische Herrschaft über das 6,8 Quadratkilometer kleine Territorium mit dem markanten Felsen in der Mitte nicht an und verlangt dessen Rückgabe. Der Streit zwischen London und Madrid verschärfte sich im vergangenen Juli, als vor der Küste Gibraltars eine Barriere aus 70 Betonblöcken errichtet wurde, um spanische Fischer aus den zu Gibraltar gehörenden Gewässern fernzuhalten. Spanien führte daraufhin strengere Grenzkontrollen ein. (APA, 20.4.2014)

  • Rauchsäule über Gibraltar.
    foto: apa/epa/ragel

    Rauchsäule über Gibraltar.

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