Neues von der Liebes-Front

18. April 2014, 18:05
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Aus aktuellem Anlass einige frohe Botschaften - zum Beispiel: "Jeder Christ ist vor Gott ein VIP"!

Aus gegebenem Anlass einige frohe Botschaften. So geleitete die Grazer "Kleine Zeitung" ihre Stammkonsumenten tröstlich durch die Karwoche: "Jeder Christ ist vor Gott ein VIP", zitierte sie den Pfarrer von Ober-St.-Veit (Wien), Andreas Kaiser. Womit die bisherige Jenseitsillusion, dass es einen einzigen Gott gibt, vor dem alle Menschen zumindest die gleichen Startchancen haben, als überholt gelten darf. Da in vielen Moscheen Muslimen möglicherweise derselbe Anspruch auf die spirituelle VIP-Card und damit eine Platzreservierung zugesichert wird und andere Religionen mit ihren Angeboten sicher nicht hinter der Konkurrenz zurückbleiben wollen, kommt schließlich doch alles wieder auf dasselbe heraus.

Auch erfreulich: Nach ihrem Gag mit dem Spitzenkandidaten für die EU-Wahl hat sich die SPÖ wieder etwas einfallen lassen, was ihr die Herzen der Massen sichert. Baby-Alarm: Minister Klug (45) wird Papa! trompetete "Heute" am Donnerstag auf der Titelseite, Kind kommt im Herbst - Mutter ist Journalistin. Klugs Herzensdame, geht es im Blattinneren weiter, eine Society-Journalistin, soll bereits im vierten Monat schwanger sein. Dem Minister muss der Baby-Alarm spät, aber doch vom Heeresnachrichtendienst zugetragen worden sein, anders ist die Enthüllung nicht verständlich: Freudige Überraschung für Verteidigungsminister Gerald Klug: Der Politiker (45) wird im Herbst erstmals Vater. Wenn das Bundesheer, möge es nie so weit kommen, auch vier Monate braucht, um von einem Einmarsch überrascht zu sein, wissen wir, woran es liegt: Make love, not war!

Auch die "Krone" brachte die beste Nachricht vom Tag von der Liebes-Front: Verteidigungsminister Klug wird Vater, aber nicht, ohne präzise den Grund dafür anzugeben: Seine Sandra schenkt ihm ein Baby. Unerörtert blieb die Frage, ob ein Minister ein solches Geschenk annehmen darf. Egal, nach all den Turbulenzen an der Bundesheer-Front, endlich einmal eine wahrlich gute Nachricht für Österreichs Verteidigungsminister - überbracht von seiner großen Liebe Sandra Hrnjak, verfiel die "Krone" in Schwangerschaftspsychose.

Lange Zeit fühlte er sich in der Rolle des Junggesellen sehr wohl, doch vor wenigen Monaten ließ der Steirer sein Singleleben für die jüngere Reporterin und Ex des Wiener Schönheitschirurgen Artur Worseg hinter sich, hat das Blatt die Rolle rückwärts des Junggesellen recherchiert. Nach ihrem ersten, offiziellen Auftritt beim Abschlusskonzert des Volks Rock'N'Rollers Andreas Gabalier Ende November in Wien zeigte sich das Paar immer öfter in verliebten Posen. Vom Volks Rock'N'Roller ging es weiter beim Ball der Offiziere in der Hofburg. Jetzt scheint die Liebe zwischen Klug und Hrnjak perfekt: Noch im Herbst wird die 31-Jährige dem Minister ein Baby schenken.

"Österreich" näherte sich der Schenkung nüchterner, fast naturwissenschaftlich. Storchen-Alarm beim österreichischen Bundesheer. Und zwar ganz oben, beim Chef persönlich. Handelte es sich um einen Hauptmann, hätte das Blatt vielleicht nur Storch-Alarm gegeben, aber wenn es um ganz oben geht, beim Chef persönlich, muss es schon ein Storchen sein, der Anlass zu Alarm gibt. "Österreich" erkennt durchaus den Ernst der Lage. Wie der viel beschäftigte Politiker den Spagat zwischen Ultraschalluntersuchungen, Truppenbesuchen, Geburtsvorbereitungskurs und Regierungsterminen schaffen will, ist noch nicht ganz klar. Die eine oder andere Ultraschalluntersuchung könnte er ja vielleicht schwänzen, ohne das Kindeswohl zu gefährden, immerhin hat Klug derzeit eine umfassende Heeresreform umzusetzen - mit dem Ziel, mehr als 45 Millionen einzusparen. Aber was soll's, der immer fröhliche SPÖ-Mann nimmt sich vor, sowohl ein verantwortungsvoller Minister als auch ein liebevoller Papa und Partner zu sein - noch so ein Spagat, womöglich verbunden mit dreimal die Woche Schwangerschaftsgymnastik, als Ausgleich zur Heeresreform.

Ob das Heeres-Baby ein Bub oder Mädchen wird, ist - jedenfalls für "Österreich" - noch nicht sicher, was die Frage aufwirft, was das Heeres-Baby eventuell sonst noch werden könnte. Wahrscheinlich wird es eines von beiden, aber wer kann im Zeitalter des Genderns schon sicher sein? Aber an Geschenken, die der Storchen bringt, gibt es nichts zu mäkeln. Vorschläge werden jedenfalls im Zuge der Heeresreform bis Herbst entgegengenommen.

ÖVP-Chef Spindelegger soll bereits ein ernstes Wort mit Sebastian Kurz gesprochen haben. (Günter Traxler, DER STANDARD, 19./20./21.4.2014)

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