Golfstaaten legen Streit mit Emirat Katar bei

18. April 2014, 17:13
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Kooperationsrat beendet Konflikt um Muslimbrüder

Riad - Nach monatelangen Streitigkeiten über den Umgang mit den politischen Krisen in Syrien, Ägypten und mit dem Iran zeigen sich die Golfstaaten jetzt wieder versöhnlich. Bei einem Treffen der Außenminister des Golfkooperationsrats (GCC) - diesem gehören Bahrain, Katar, Kuwait, der Oman, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate an - habe es am Donnerstagabend in Riad eine Annäherung zwischen dem Emirat Katar und den anderen Staaten gegeben, berichteten arabische Medien.

Im März hatten Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain ihre Botschafter aus Katar abgezogen. Sie warfen dem Emirat vor, die islamistische Muslimbruderschaft zu unterstützen, die auch in der Golfregion aktiv ist und die die Macht der Herrscherhäuser dort infrage stellt.

In diesem Zusammenhang hatte sich Katar geweigert, ein gemeinsames Kooperationsabkommen zur Sicherheit und Stabilität am Golf umzusetzen. Die entsprechende Vereinbarung hatte der Golfkooperationsrat am 23. November 2013 getroffen. Katar zeigte sich damals - auch nach einem Treffen der Außenminister des Rats in Riad - uneinsichtig.

"Positive Atmosphäre"

Der in Katar ansässige Nachrichtensender Al-Jazeera - er gilt als Muslimbrüder-freundlich - berichtete nun von einer "positiven Atmosphäre". Die Zeitung Al-Hayat meldete unter Berufung auf Omans Außenminister Yusuf bin Alawi, dass die Krise nunmehr sogar "beendet" sei.

In einer gemeinsamen Erklärung des GCC heißt es, ein "neuer Mechanismus" solle künftig sicherstellen, dass politische Aktivitäten einzelner Mitgliedsländer keine Auswirkungen mehr auf die Interessen, die Sicherheit und die Stabilität der anderen Staaten haben dürften.

Der Streit war auch - zumindest offiziell - der Grund für die Absage eines Treffens der GCC-Monarchen mit US-Präsident Barack Obama Ende März. (red, DER STANDARD, 19.4.2014)

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