In China tummeln sich die Automilliardäre

18. April 2014, 17:55
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Ein Institut hat sich angesehen, welche Unternehmer am meisten Geld in der Autobranche verdienten. Die meisten Auto-Tycoons sind Chinesen

Die Volksrepublik ist nicht nur der am schnellsten wachsende Automarkt der Welt, sondern auch der in absoluten Zahlen größte Markt. Innerhalb von zehn Jahren stieg die Zahl der zugelassenen Pkws von 24,2 Millionen im Jahre 2003 auf 137 Millionen. Allein im vergangenen Jahr kamen 16,51 Millionen Personenkraftwagen, Vans und Minibusse hinzu.

Die Fahrzeugbranche setzt in der sozialistischen Volksrepublik gigantische Summen um. Und sie machte aus elf Chinesen auch neue Milliardäre. Unter den weltweit 45 Dollar-Milliardären aus dreizehn Ländern, die ihre persönlichen Vermögen mit dem Autobau oder Pkw-Handel verdienten, kommen heute die meisten aus China.

"Ich war völlig überrascht, die Superreichen aus China jetzt auch so dominant unter den Milliardären der weltweiten Autoindustrie zu sehen", sagt Rupert Hoogewerf. Er muss es wissen: Hoogewerf ist Gründer der seit 15 Jahren in Schanghai erscheinenden, internationalen "Hurun" -Reichenliste, die von einem gleichnamigen Forschungsinstitut herausgegeben wird. Hoogewerf erstellte erstmals eine Untersuchung über die Milliardäre der Automobilbranche. Er errechnete das Vermögen von Unternehmern, die ihr Geld mit der Herstellung von Autos, von Autoteilen oder aus Handel und Vertrieb verdienen. Im Durchschnitt besitzen die 45 Milliardäre auf seiner Liste ein Vermögen von 3,75 Milliarden Dollar. Der am Donnerstag veröffentlichte Report Die Reichsten aus der Autoindustrie 2014 ist die erste derartige Untersuchung. Anlass für ihre Herausgabe ist die internationale Pekinger Automesse vom 20. bis 29. April, auf der sich Aussteller aus 14 Ländern mit 1134 Fahrzeugen präsentieren.

"Wenn ich in Peking oder Schanghai Auto fahre, sehe ich im Straßenverkehr meist nur deutsche oder japanische Marken. Ich ging davon aus, dass aus diesen drei Ländern dann auch die meisten Automilliardäre stammen", erzählt Hoogewerf. Deutschland und die USA sind in der neuen Liste aber nur mit jeweils acht Milliardären vertreten und Japan mit keinem. Der Grund: Japanische Topmanager aus der Autobranche sind meist keine individuellen Aktien-Anteileigner. Autokonzerne wie die deutsche VW-Gruppe, oder GM aus den USA verdienten zwar als Marktführer in China "alle gutes Geld". Chinesische "Selfmade-Unternehmer", Chefs von an der Börse notierten chinesischen Familienbetrieben, aber wurden fast über Nacht reich.

Fast jeder Vierte auf der Milliardärsliste kommt aus China. Auf Platz fünf mit einem Vermögen von 7,7 Milliarden Dollar (5,56 Milliarden) liegt der 50-jährige Wei Jianjun, Besitzer der privaten Autogruppe "Great Wall Motors", der Chinas größter inländischer Hersteller von SUVs ist. Die ersten vier Milliardärsplätze machen die drei BMW-Deutschen, Susanne Klatten mit 15 Milliarden Dollar an der Spitze, Stefan Quandt und Johanna Quandt unter sich aus, gefolgt von Pallonji Mistry, Chef der indischen Tata-Gruppe. Noch zwei weitere Deutsche gehören zu den ersten zehn, darunter Ingrid Flick (Mercedes). (Johnny Erling aus Peking, DER STANDARD, 19.4.2014)

  • Mit diesem Auto - Teil einer Street-Art-Zone in Peking - verdient allenfalls ein Künstler.
    foto: epa/bradshow

    Mit diesem Auto - Teil einer Street-Art-Zone in Peking - verdient allenfalls ein Künstler.

  • Anders sieht es mit Wei Jianjun auf. Der Besitzer der privaten Autogruppe "Great Wall Motors liegt auf Platz fünf unter den Milliardären der Automobilbranche.
    grafik: standard

    Anders sieht es mit Wei Jianjun auf. Der Besitzer der privaten Autogruppe "Great Wall Motors liegt auf Platz fünf unter den Milliardären der Automobilbranche.

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