In Innsbruck wird nicht gerechnet

18. April 2014, 15:44
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Tiroler könnten mit einem Sieg gegen Wr. Neustadt die Niederösterreicher noch einmal in die Abstiegs-Bredouille bringen. Streiter: "Die ganze Rechnerei interessiert uns nicht"

Der überraschende 2:1-Sieg in Ried hat Wacker Innsbruck noch einen letzten Hoffnungsschub verliehen. Am Samstag (19.00 Uhr) haben die Tiroler nun im Heimduell mit Wr. Neustadt die große Chance, die Gäste noch einmal in den Bundesliga-Abstiegskampf zu verwickeln. Gelingt der Streiter-Elf ein Sieg, wäre der Abstand des Schlusslichts auf den SCWN drei Runden vor Schluss auf sechs Punkte geschmolzen.

Das weiß man in Innsbruck natürlich, von Rechenspielen will man aber dennoch nichts wissen. "Die ganze Rechnerei interessiert uns nicht", stellte der zuhause noch sieglose Trainer Michael Streiter klar. Er hofft einfach auf eine Fortsetzung des zuletzt Gezeigten. "Wir müssen den ersten Sieg bestätigen", meinte der Tiroler in Bezug auf den Premierenerfolg seiner Ära, der zugleich der erste Dreipunkter seit 4. Dezember 2013 gewesen war.

Zuviel gerechnet

Auch am Gegner zeigte der 48-Jährige zumindest nach außen hin kein besonderes Interesse. "Wir schauen auf uns selbst, dass wir es können, hat man ja gesehen", betonte er. "Wir sollten aber abstellen, dass wir am Schluss das Zittern anfangen." Gegen Neustadt könnte aber jenes Gefühl zurückkehren, dass man in Innsbruck zuletzt abgelegt zu haben glaubte: Der Druck. "Vielleicht haben wir in den Spielen davor zu viel gerechnet", meinte zuletzt Stürmer Roman Wallner.

Langsam steigen dürfte aber auch die Spannung bei den seit sechs Runden sieglosen Wr. Neustädtern, die in dieser Phase ein Torverhältnis von 1:18 zu Buche stehen haben. "Für Innsbruck ist es die letzte Chance, und so werden sie auch auftreten", prophezeite Mittelfeldroutinier Jürgen Säumel seiner Mannschaft einen harten Kampf. Er forderte nach den jüngsten Ergebnissen eine klare Leistungssteigerung. Jeder müsse "einige Prozente drauflegen", erklärte der Steirer.

Vorteil Wr. Neustadt

Nüchtern betrachtet, spricht freilich fast alles für die Niederösterreicher, die nach wie vor ihr Saisonziel Klassenerhalt plus verbesserte Punktezahl (36 im Vorjahr, derzeit 34) im Visier haben. Auch das Restprogramm sieht eher Vorteile bei den Neustädter, die dann noch auf Grödig (heim), Sturm Graz (auswärts) und die Admira (h) treffen. Innsbruck hingegen bekommt es mit der Austria (h), Rapid (a) und Grödig (h) zu tun.

Für Günter Kreissl ist ein Abstieg kein Thema und in die Kategorie Panikmache einzuordnen. "Für uns ist die Partie nur eine von vier interessanten zum Abschluss", sagte der SCWN-Sportmanager. "Die Mannschaft ist komplett intakt. Und warum sollten wir nicht die Punkte machen? Wir haben ja nicht die Pest im Kader." (APA, 18.04.2014)

Technische Daten und Mögliche Aufstellungen:

FC Wacker Innnsbruck - SC Wiener Neustadt (Samstag, 19.00 Uhr, Innsbruck, Tivoli-Stadion, SR Schörgenhofer). Saisonergebnisse 2013/14: 1:1 (a), 4:0 (h), 0:1 (a)

Innsbruck: Safar - Löffler, Djokic, Vucur, Hauser - Kofler, Milosevic - Hinterseer, Jevtic, Wernitznig - R. Wallner

Ersatz: Schober - Piesinger, Edomwonyi, Gründler, Schütz, Nitzlnader
Es fehlen: Schilling (gesperrt), Bergmann, Ji-Parana, Hamzic, Siller (alle verletzt)

Wr. Neustadt: Siebenhandl - M. Berger, Mimm, M. Wallner, Stangl - Freitag, Säumel - Pollhammer, M. Koch, Denner - Pichlmann

Ersatz: Glänzer - Sereinig, Hlinka, T. Fröschl, Rakowitz, Maderner, Terzic
Es fehlen: Mally, Rauter (beide gesperrt), Angeler, Schöpf (beide rekonvaleszent), Vollnhofer, Dobras (beide verletzt), Rottensteiner, Witteveen (nicht im Kader)

  • Keine Zahlenspiele in Tirol.
    foto: apa/furtner

    Keine Zahlenspiele in Tirol.

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