Strenesse versucht den Neuanfang

18. April 2014, 15:40
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Mitte der Woche hat das Unternehmen ein Insolvenzverfahren beantragt, Unternehmenschef Strehle glaubt an eine Sanierung

Mitte Februar schien es, als sei der deutsche Modekonzern Strenesse gerettet. Die Gläubiger hatten nach zähen Verhandlungen ein Sanierungskonzept und einen Zahlungsaufschub der angeschlagenen Strenesse AG befürwortet. Strenesse habe damit drei Jahre länger Zeit, den Anlegern das Geld einer zwölf Millionen Euro umfassenden Schuldverschreibung zurückzuzahlen, hieß es da. 

Am Mittwoch hat das schwäbische Unternehmen ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt, da sonst auf absehbare Zeit die Zahlungsunfähigkeit drohe. Untenehmenschef Luca Strehle glaubt an eine Rettung im Zuge des Insolvenzverfahrens. "Ich bin immer noch überzeugt, dass wir auf dem absolut richtigen Weg sind", sagte er dem Spiegel. "Der jetzige Schritt ist eine Zäsur, um die Sanierung voranzutreiben, ohne den Mühlstein der Altlasten mitschleppen zu müssen." Durch die Insolvenz gewinne das Unternehmen in den kommenden Monaten enorm an Liquidität."  Strenesse ächzt aber auch unter knapp fünf Millionen Euro Bankschulden und einem Gesellschafterdarlehen von Gerd Strehle, dem Vater von Vorstandschef Luca Strehle. "Wir wissen, dass unsere Gläubiger hinter unserem Sanierungskonzept stehen", sagte Luca Strehle.

Sanierungsexperte im Vorstand

Mit dem Ulmer Rechtsanwalt Michael Pluta, der unter anderem als Insolvenzverwalter des Modellbahnbauers Märklin bekannt geworden war, habe Strenesse nun einen erwiesenen Sanierungsexperten im Vorstand. "Wir glauben, dass eine Mischung aus unserem Know-how und einem externen Blick uns am besten hilft", sagte Strehle.

Das Modehaus, das es in der Vergangenheit mit seiner puristischen, smarten Designermode von Schwaben aus auf die Laufstege der Fashion-Welt schaffte, hat rund 400 Mitarbeiter, davon rund 220 am Sitz des Unternehmens in Nördlingen. Das Unternehmen befindet sich noch immer im Besitz der Gründerfamilie, auch wenn es im Jahr 2000 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde. In dritter Generation ist seit zwei Jahren Luca Strehle Vorstandschef. Bekannt wurde Strenesse unter anderem als Ausstatter der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Seit dem vergangenen Jahr trägt die Mannschaft allerdings bei offiziellen Anlässen Kleidung des Rivalen Hugo Boss. (Reuters, red, derStandard.at, 18.4.2014)

  • Joachim Löw verwegen blickend bei der Anprobe
    foto: ap/gilliari

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