"Trials Fusion" im Test: Die Sucht, es nochmal zu versuchen

Rezension20. April 2014, 12:00
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Das fünfte Hauptwerk der "Trials"-Serie lenkt mit Tricks vom Perfektionsdrang ab

Es braucht nicht viel, um den Spieltrieb in einem Menschen zu wecken. Manches Mal reichen schon zwei Räder aus, die durch Metall miteinander verbunden sind und mit ein Kettenantrieb beschleunigt werden. Ein Fahrrad oder ein Motorrad mögen in erster Linie zur Fortbewegung konstruiert worden sein, doch stellt man ein Hindernis auf die Spur, weitet sich schlagartig der Horizont für Spompernadeln - wie man auf Wienerisch so schön sagt.

Diese Kombination reicht aus, um sich für Stunden zu beschäftigen. Wie gelange ich über Stock und Stein? Kann ich über die Bordsteinkante springen? Um seine eigenen Grenzen zu überwinden, seien sie noch so klein, nimmt man eine Unzahl an Fehlversuchen in Kauf. Man merkt gar nicht, wie oft man stürzt und scheitert, solange die Gewissheit in einem schlummert, dass man es schaffen kann.

Perfektioniertes Spielprinzip

Bei allen aufsehenerregenden Tricks, Explosionen, futuristisch animierten Parcours und blendenden Sonnenstrahlen ist es dieser simple psychologische Trick, der auch die fünfte große Fortsetzung von RedLynxs "Trials"-Serie, "Trials Fusion", zum Freizeitserientöter macht. Das seit 2000 perfektionierte Spielkonzept sieht vor, dass man ein Fahrrad, Motorrad oder neuerdings auch einen Quad von A nach B befördern und dabei lediglich den Gesetzen der Physik gehorchen muss.

Eine entscheidende Erleichterung macht das Spiel für jedermann zugänglich: Die Fortbewegung erfolgt zweidimensional von links nach rechts, wodurch man sich um das Gleichgewicht in der Längsachse keine Gedanken machen muss. Ansonsten wird man Meter für Meter mit unterschiedlich fiesen Hindernissen gefordert. Über die Feinjustierung des Gashebels lernt man steile Anstiege und weite Sprünge zu überwinden und mit der gekonnten Verlagerung des Gewichts selbst schmale Plateaus zu erklimmen.

Geschwindigkeitsrausch

Noch stärker als in den Iterationen zuvor wird auf den ersten Strecken der Rausch nach Geschwindigkeit geweckt. Leicht zu erlernende Pisten, die später vor allem in den Mehrspielerbegegnungen ihre Daseinsberechtigung finden. Im Parallellauf ist man optisch so sehr vereinnahmt, dass man über eine Reduzierung des Schwierigkeitsgrades dankbar ist.

In der Kampagne werden die Parcours mit jedem freigeschalteten Bewerb verdichtet. Von den weiten Sprüngen und ausufernden Beschleunigungsstreifen am Anfang bleiben gegen Ende nur noch kleine, aber umso gefinkeltere Hindernisse übrig, die umso mehr Präzision erfordern. Es ist der Zeitpunkt, an dem sich "Trials Fusion" wieder dem realen und unvergleichbar schwierigeren Trials-Sport annähert und sich der Reiz des erneuten Versuchs zur veritiblen Sucht wandelt. Im Moment zum letzten Checkpoint zurückversetzt, wandert der Zähler gut und gerne in den hohen zweistelligen Bereich, bis selbst der noch so aussichtslose Felsvorsprung überwunden wurde.

Für Fans der ersten Stunde wurde das Mehr von schmackhaften Gleichen um die Möglichkeit erweitert, auf bestimmten Pisten Tricksprünge einzustreuen. Die titelgebende Fusion der Disziplinen sorgt für Auflockerung, genauso wie die neuen Skill-Games, bei denen man beispielsweise erprobt, wie weit und wie hoch man segeln kann.

Fazit

Erweiterungen, die schlussendlich nicht davon ablenken können, dass es "nur" ein weiterer evolutionärer Schritt nach vorne ist. Das Kernspiel wurde bereits mit dem vielsagenden Vorgänger "Trials Evolution" perfektioniert, Mehrspielermodus und Streckeneditor bereichern ebenfalls seit 2012 den Benzinrausch. Die hübschere Grafik lockt vor allem Besitzer der neuen Konsolengeneration.

Wenn man so will, ist es also nur eine weitere Bordsteinkannte, die man mit dem Fahrrad zu überspringen versucht. Für die meisten Spieler wohl aber Grund genug, um es wieder aufs Neue aufs Rad zu steigen. Ein makelloser Laufs ist schlicht zu einprägsam dafür, dass man ihn nicht immer wieder erleben möchte.

Versionsunterschiede

"Trials Fusion" ist auf Windows, PlayStation 4, Xbox One und Xbox 360 erhältlich. Alle Konsolenfassungen laufen laut Hersteller mit flüssigen 60 Bildern pro Sekunde. Die PS4-Version löst mit 1080p auf, während die XBO-Ausgabe nach dem Day-One-Patch in 900p und die X360-Fassung in 608p dargestellt werden.

Für PC-Spieler wird ein System mit "Intel Core i5 2400s" oder "AMD Phenom II X4 955" Prozessor, 4 GB Arbeitsspeicher sowie einer Grafikkarte vom Schlage "Nvidia GeForce GTX 560 Ti" oder "AMD Radeon HD7850" oder besser empfohlen. (Zsolt Wilhelm, derStandard.at, 20.4.2014)

Trailer: "Trials Fusion"

"Trials Fusion" ist für Windows, PlayStation 4, Xbox One und Xbox 360 erschienen. Das Testmuster für PS4 wurde der Redaktion vom Hersteller zur Verfügung gestellt.

  • "Trials Fusion" ist für Windows, PlayStation 4, Xbox One und Xbox 360 erschienen.
    foto: redlynx

    "Trials Fusion" ist für Windows, PlayStation 4, Xbox One und Xbox 360 erschienen.

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