Erdbeben in der Steiermark: Magnitude stieg auf 4,1

18. April 2014, 12:04
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Mehr als 600 Meldungen beim Erdbebendienst - Nur vereinzelte Schäden wie Risse

Kindberg - Die Stärke der beiden deutlich spürbaren Erdbeben im obersteirischen Kindberg haben sich bei der genauen Auswertung am Karfreitag auf 4,1 bzw. 3,5 nach Richter erhöht. Der Erdbebenherd lag in beiden Fällen in etwa elf Kilometern Tiefe, weshalb es trotz der in Österreich selten so hohen Magnitude zu geringen Schäden kam, sagte Helmut Hausmann vom Erdbebendienst.

Die Auswertung der Daten von mehr als 100 Erdbebenstationen im In- und Ausland hatte die nun noch etwas höheren Werte ergeben. Bis Mitternacht wurden 21 leichte Nachbeben registriert, wobei eines um 21.46 Uhr auch für die Bewohner spürbar war. Interessant sei die Lage des Epizentrums: Es liege knapp fünf Kilometer nordnordöstlich von Kindberg (Bezirk Bruck-Mürzzuschlag) und damit in der in Österreich "gefährlichsten" Zone 4, erklärte Hausmann. Dort habe im Jahr 1267 auch ein Beben mit einer Magnitude von 5,4 stattgefunden.

Schwache Schadensmeldungen

Die Intensität der beiden Erdbeben vom Gründonnerstag wurde noch nicht ermittelt. Sie basiere auf den Angaben der Bevölkerung und hänge mit der Tiefe des Herdes zusammen, so Hausmann. Je näher an der Oberfläche, desto stärker werden die Beben gespürt. Bei der ersten Auswertung nach der Erschütterung wurde der Herd näher an der Oberfläche lokalisiert, weshalb mit mehr Schäden gerechnet wurde. Die aktuellen Daten mit einer Tiefe von elf Kilometern passen nun zu den schwachen Schadensmeldungen, sagte der Experte von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG).

Mehr als 600 Österreicher haben bisher über das Wahrnehmungsformular des Erdbebendienstes Meldung über die beiden Beben sowie das Nachbeben gemacht. Zwei bis drei Bewohner beschrieben Haarrisse im Verputz in den Ecken der Räume, Risse in Fassaden oder Vergrößerungen bei schon bestehenden Rissen im Mauerwerk. Viele andere berichteten von schwankenden Möbeln oder umgefallenen Gegenständen, so der Experte. Bis nach Wien waren die Erschütterungen zu spüren und da vor allem in Hochhäusern, die auch bei schwachen Erdbeben in den oberen Stockwerken teils deutlich schwanken können.

Viele Anrufe

Bei der Landeswarnzentrale (LWZ) Steiermark gingen seit den Beben 80 bis 100 Anrufe ein, sogar noch am Karfreitag riefen manche an. "Viele fragten, was das war oder was da so gewackelt hat", sagte Gerhard Zach. Die Menschen werden auf die Internetseite des Erdbebendienstes verwiesen, wo sie ihre Wahrnehmungen darstellen können. (APA, 18.4.2014)

  • Die Beben wurden nicht stark gespürt, weil sie in einer Tiefe von elf Kilometern stattfanden.
    foto: apa/georg hochmuth

    Die Beben wurden nicht stark gespürt, weil sie in einer Tiefe von elf Kilometern stattfanden.

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