Limousinendienst Uber stößt in Europa auf Widerstand

18. April 2014, 09:51
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Angriffe in Paris - Gerichte in Berlin und Brüssel verbieten Betrieb

Der Taxidienst Uber versucht derzeit, auch in Europa Fuß zu fassen. Doch der Start am "alten Kontinent" verlief für das US-Start-up bislang ausgesprochen holprig. Im Januar sah man sich in Paris mit wütenden Protesten der Taxifahrervereinigung konfrontiert, in deren Zuge sogar ein Uber-Auto angegriffen wurde. Gerichtsentscheide aus Berlin und Brüssel bremsen die Expansion nun zusätzlich aus, wie die New York Times berichtet.

Berlin: Fehlende Genehmigungen

In der deutschen Hauptstadt war es ebenfalls die Taxivereinigung, die Maßnahmen gegen den neuen Konkurrenten ergriff. Sie legte beim Landgericht eine Beschwerde ein, weil Uber ihrer Meinung nach nicht alle erforderlichen Genehmigungen für den Betrieb eines Taxidienstes habe. Die Richter befanden den Einwand für korrekt, womit Uber nun vorläufig nicht mehr weiter als Taxidienst operieren kann.

Die Carsharing-Schiene – hier ermöglicht es Uber, fremden Leuten gemeinsame Fahrten in ihren Privatautos zu organisieren – ist von dem Urteil aber nicht betroffen. Dazu will der Chef der Taxivereinigung die Durchsetzung des Gerichtsbeschlusses vorerst nicht erzwingen, da er fürchtet, im Falle einer Aufhebung hohe Kompensationszahlungen leisten zu müssen.

Hohe Geldstrafen für Fahrer in Brüssel

In Brüssel wurde Uber ebenfalls für illegal erklärt, auch hier sollen laut New York Times nicht alle benötigten Genehmigungen vorliegen. Fahrer, die trotzdem Aufträge über die Uber-App annehmen, droht nun eine Geldstrafe von 10.000 Euro. Uber operiert seit über einem Monat auch in Wien, hier blieb größerer Protest bislang aus.

Kritik an Urteilen

Die Urteile gegen Uber finden allerdings auch Kritiker. Das Unternehmen selbst sieht sich als Opfer von altmodischen Firmen, die Angst vor Wettbewerb und Innovation hätten. EU-Kommissarin Neelie Kroes kritisierte die Entscheidung aus Brüssel ebenfalls, da sie ihrer Meinung nach nicht den Fahrgast, sondern ein "Taxi-Kartell" schützen würden.

Als schädlich für den Standort Berlin betrachtet der deutsche Startup-Verband das Urteil des hiesigen Gerichts. In einer Stellungnahme kritisiert man die Protektionismus für die "Taxifahrerlobby" und fürchtet um einen Rückschlag im internationalen Wettbewerb: "Wer gründet schon ein Unternehmen in Berlin, wenn er mit Verbot rechnen muss?". (gpi, derStandard.at, 18.04.2014)

  • Uber operiert mittlerweile auch in Asien. In Europa hat man mit teils erbittertem Widerstand zu kämpfen.
    foto: ap

    Uber operiert mittlerweile auch in Asien. In Europa hat man mit teils erbittertem Widerstand zu kämpfen.

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