Facebook lässt bald eigenen Standort mit Freunden teilen

18. April 2014, 08:15
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Kommende Funktion für mobile Apps soll optional bleiben - Start in den kommenden Wochen

Facebook-Nutzer können bald von einem neuen Service profitieren. Mitglieder des soziales Netzwerks werden künftig informiert, wenn sich Freunde in der Nähe aufhalten. Für die Nutzer kann diese Neuerung diverse Vorteile mit sich bringen. Für Facebook ist sie hingegen ein weiterer Schritt, um auch außerhalb der digitalen Welt eine immer wichtigere Rolle zu spielen.

Nearby Friends

Nutzer müssen dem Service mit dem Namen "Nearby Friends" separat zustimmen. Zudem müssen sie Facebook eine Erlaubnis geben, mit der das Netzwerk sie rund um die Uhr verfolgen kann - auch wenn sie ausgeloggt sind. Der Service soll nach und nach in den nächsten Wochen eingeführt werden. Nutzer der mobilen App von Facebook werden einen Hinweis erhalten, mit dem sie sich für den Service anmelden können.

Mit dem neuen Feature steigt Facebook in ein Geschäft ein, in dem sich bereits Unternehmen wie die Dating-App Tinder oder das soziale Netzwerk Foursquare tummeln. Die Ende vergangenes Jahr eingeführte Smartphone-App Radar verrät Nutzern bereits, wo sich Facebook-Freunde aufhalten. Mit Cloak lassen sich beispielsweise über Foursquare und Instagram Freunde aufspüren.

Testlauf

Der Rivale Twitter hatte im Dezember einen neuen Service getestet, mit dem Tweets von Personen, die sich in der Nähe befinden, angezeigt werden. Dabei spielte es keine Rolle, ob der Nutzer den Urhebern dieser Nachrichten auch selbst folgte.

Facebook versucht schon länger, mit neuen Funktionen weitere Einnahmequellen zu erschließen. Das soziale Netzwerk hatte bereits im Juni 2012 einen Service getestet, der vergleichbar mit Nearby Friends ist. Der Test wurde aber schnell gestoppt, nachdem in Medien darüber berichtet wurde. Damals hatte das Unternehmen erklärt, dass es sich um Versuche handelt.

Nearby Friends entstand aus der Übernahme des App-Entwicklers Glancee im Jahr 2012. Der frühere Chef des Unternehmens Andrea Vaccari sagte, dass es bei der Entwicklung des Services zwei technologische Hürden gab: Erstens durften die Nutzer nicht mit Hinweisen überflutet werden, zweitens durfte wegen der Mitteilungen der Akku des mobilen Geräts nicht zu stark beansprucht werden. (Reed Albergotti, WSJ.de/derStandard.at, 18.4.2014)

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