Brand in Wiener City: U-Haft über Verdächtigen verhängt

18. April 2014, 14:33
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Mutmaßlicher Brandstifter bereits Donnerstagfrüh alkoholisiert gefunden - Verdächtiger nicht geständig

Wien - Die Polizei hat jenen Mann festgenommen, der wegen des dringenden Tatverdachts der Brandstiftung in einem Wohnhaus in der Wiener Innenstadt gesucht worden war. Der 44-Jährige war bereits Donnerstagfrüh in der Löwengasse stark alkoholisiert aufgegriffen worden, hieß es in einer Polizeiaussendung. Er ist nicht geständig, wegen Tatbegehungsgefahr wurde U-Haft über ihn verhängt.

Gegen 9.00 Uhr war die Polizei zu dem vorerst reglosen Mann beordert worden. Im Rahmen der Hilfeleistung kam er zu sich, war jedoch zeitlich und örtlich nicht orientiert. Er wurde mit dem Rettungsdienst in ein Spital gebracht. Im Zuge weiterer polizeilicher Erhebungen wurde festgestellt, dass es sich um jenen Mann handelt, der wegen des dringenden Tatverdachts der Brandstiftung in der Marc-Aurel-Straße gesucht wurde.

Kein Statement des Verteidigers

Er wurde umgehend festgenommen und befindet sich unter polizeilicher Überwachung weiterhin im Krankenhaus. Am Mittwoch gab die Sprecherin des Wiener Straflandesgerichts, Christina Salzborn, bekannt, dass über den Verdächtigen Untersuchungshaft verhängt wurde. Der Beschluss ist rechtskräftig und bis zum 2. Mai rechtswirksam. 

Der Haftrichter führte die Einvernahme am Krankenbett durch. "Die Befragung war problemlos möglich", berichtete Salzborn. Bei dieser war auch der Strafverteidiger Ernst Schillhammer zugegen, der auf APA-Anfrage bestätigte, in diesem Fall das Mandat übernommen zu haben. "Inhaltlich gibt es von mir vorerst kein Statement", meinte der Anwalt, der gegen die U-Haft keine Einwände hatte und daher von Rechtsmitteln Abstand nahm.

"Im Schock davongelaufen"

Wie Polizeisprecherin Adina Mircioane am Freitagnachmittag der APA erklärte, behauptet er, in seiner Wohnung wäre es ohne sein Zutun zu einer Explosion gekommen. Der 44-Jährige schilderte bei einer ersten polizeilichen Befragung, er hätte am Mittwoch zunächst seine Mutter besucht und wäre dann mit seinem Hund spazierengegangen. Als er an seiner Wohnung anlangte und diese aufsperren wollte, sei er in dem Moment, als er den Schlüssel ins Schloss stecken wollte, von der Explosion überrascht worden.

Auf die Frage, weshalb er sich nach der Explosion von der Wohnhausanlage entfernt habe, hatte der 44-Jährige laut Polizei erklärt, er wäre "im Schock davongelaufen". Er soll stark alkoholisiert gewesen sein, als ihn die Polizei aufgriff.

Brandbeschleuniger

Das mit Benzin als Brandbeschleuniger gelegte Feuer war am Mittwoch gegen 4.30 Uhr in einem Appartement im vierten Stock eines Hauses am Hohen Markt/Ecke Marc-Aurel-Straße ausgebrochen. Zeugen berichteten von einem lauten Knall. Eine 23-jährige Frau kam in einer Nachbarwohnung ums Leben, als sie von einer Mauer unter sich begraben wurde. Laut Polizei hätte der Mieter der Brandwohnung am Mittwoch delogiert werden sollen.

Es war nicht das erste Delogierungsverfahren gegen den 44-Jährigen, so eine Polizeisprecherin. Zunächst wurde nicht ausgeschlossen, dass er sich selbst unter den Trümmern befinden könnte. Am Donnerstagabend war nach Ende der Aufräumungsarbeiten klar, dass das nicht der Fall war. 

Der schwarze Labrador des Mannes wurde laut Mircioane in die Obhut einer Bekannten des 44-Jährigen übergeben. Das Tier namens Murphy war in der Fahndungsmeldung der Polizei ebenfalls beschrieben worden. (APA/red, derStandard.at, 17./18.4.2014)

  • Das Gebäude in der Wiener Innenstadt wurde bei dem Brand schwer in Mitleidenschaft gezogen.
    foto: apa/herbert neubauer

    Das Gebäude in der Wiener Innenstadt wurde bei dem Brand schwer in Mitleidenschaft gezogen.

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