Jugendlicher Schlaf fördert später Eifer bei der Paarung

19. April 2014, 17:59
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Fruchtfliegen-Studie: Der Dopaminspiegel in frühen Lebensphasen zeigt langfristige Auswirkungen

Berlin - US-Forscher berichten in "Science", dass ausgiebige Schlafphasen wichtig für die Entwicklung des Hirns und der Fortpflanzungsfähigkeit sind. Das gilt auf jeden Fall für die Fruchtfliegen, mit denen sie experimentiert haben - lässt sich möglicherweise aber auch auf andere Tierarten übertragen, Menschen inklusive.

"Menschliche Kinder, Ratten, Fliegen, sie alle schlafen viel", sagte einer der Autoren der Studie, Matthew Kayser von der University of Pennsylvania. In ihren Testreihen mit genetisch manipulierten Fruchtfliegen fanden die Wissenschafter heraus, dass junge Fliegen normalerweise relativ wenig Dopamin produzieren - das sogenannte Glückshormon befördert das Aufwachen aus dem Schlaf. Die jungen Fliegen schlafen folglich länger und fester als ältere Fliegen.

Zusammenhänge

In den Testreihen wurde die Dopamin-Ausschüttung bei jungen Fliegen künstlich erhöht. Dies bewirkte nicht nur, dass die Fliegen weniger schliefen, sondern auch, dass sie in ihrer weiteren Entwicklung in ihrem Paarungsverhalten weniger aktiv waren als die anderen Fliegen. Die Forscher stellten dabei fest, dass bei den unter Schlafmangel leidenden Fliegen eine bestimmte Hirnregion, die beim Paarungsverhalten eine Rolle spielt, weniger entwickelt war als bei normalen Fliegen.

Nach Angaben der Studienleiterin Amita Sehgal lässt sich zwar kein direkter Zusammenhang mit der Rolle des Schlafs in der menschlichen Entwicklung ableiten. Doch weise die Studie erstmals eine "mechanistische Verbindung zwischen Schlaf im Frühstadium des Lebens und erwachsenem Verhalten" nach, resümierte sie. (APA/red, derStandard.at, 19. 4. 2014)

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