Sanierungsoffensive für Floridsdorf

19. April 2014, 12:36
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Mit zwei großen Blocksanierungen soll der etwas darbende Zentralraum des 21. Wiener Bezirks wieder attraktiv werden

Wien - Leer stehende Geschäfte oder ganze Häuser ("Woolworth", siehe Bild unten) und zu viele Autos, die nur auf der Durchreise sind: Das Floridsdorfer Bezirkszentrum hat unübersehbare Probleme. Mit einer großangelegten Offensive will der neue Bezirksvorsteher Georg Papai Abhilfe schaffen: Er präsentierte gemeinsam mit Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (beide SPÖ) am Donnerstag die Initiative "Gemeinsam für Floridsdorf", die den gesamten Zentralraum in den nächsten Jahren aufwerten soll. Und zwar mittels der in Wien schon in der Vergangenheit recht erfolgreichen Blocksanierungen.

Elf Baublöcke mit 180 Liegenschaften umfasst das Gebiet; mit deren Eigentümern will man noch heuer in Kontakt treten, denn mit deren Bereitschaft zur Kooperation steht und fällt das Vorhaben. Ludwig versprach, dass sanierungswillige Hausbesitzer aus diesem Gebiet bei der Vergabe von Förderungen des Wohnfonds Wien "bevorzugt behandelt" werden.

"Am Spitz Nord und "Am Spitz Süd"

Unterteilt wird das Großvorhaben in die beiden Teilbereiche "Am Spitz Nord" und "Am Spitz Süd". In Ersterem gebe es einen hohen Anteil an Gründerzeithäusern sowie an sanierungsbedürftigen Häusern aus der Nachkriegszeit, erklärte Ludwig. "Am Spitz Süd" sei hingegen von vorgründerzeitlichen, "dörflichen" Häusern mit tiefen Seitentrakten und großen Innenhöfen geprägt. Vereinzelt finden sich freilich auch hier Gründerzeithäuser sowie Wohngebäude aus der Nachkriegszeit, alles in Blockrandbebauung.

Vom Wohnfonds Wien wurden kürzlich zwei Architektenteams mit den etwas sperrigen Namen ARGE Kaitna Smetana zwoPK Landschaftsarchitektur Rode Schier OG ("Am Spitz Süd") sowie Bietergemeinschaft BGKS ("Am Spitz Nord") mit der Ausarbeitung von Konzepten beauftragt. Noch im Frühjahr 2014 soll die Befragung der Liegenschaftseigentümer starten, bis Jahresende will man so eine detaillierte Bestandsaufnahme haben.

Anfang 2015 soll die Umsetzung beginnen. Was die Neugestaltung öffentlichen Raums - etwa des Platzes südlich des Bezirksamts - betrifft, da sollen über die Gebietsbetreuung 21 auch die Anrainer mitreden dürfen. (mapu, derStandard.at, 17.4.2014)

  • Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (li.) und Bezirksvorsteher Georg Papai mit dem Plan jenes Floridsdorfer Gebiets, das blocksaniert werden soll.
    foto: pid/schaub-walzer

    Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (li.) und Bezirksvorsteher Georg Papai mit dem Plan jenes Floridsdorfer Gebiets, das blocksaniert werden soll.

  • Auch für das komplett leer stehende ehemalige "Woolworth"-Gebäude soll eine Lösung gefunden werden.
    foto: putschögl

    Auch für das komplett leer stehende ehemalige "Woolworth"-Gebäude soll eine Lösung gefunden werden.

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