Keine Ruhe in der Scala

17. April 2014, 18:01
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Gewerkschaften drohen mit Streiks gegen Pereira

Mailand - Mailands Bürgermeister Giuliano Pisapia will im "Fall Pereira" Klarheit und hat zwei neue Verwaltungsratssitzungen der Scala einberufen. Am 28. April soll der vom Kulturministerium geforderte Bericht über die Opern-Shopping-Tour des designierten Intendanten Alexander Pereira verfasst werden. Am 5. Mai will Pisapia als Präsident der Stiftung der Scala - und damit des größten Aktionärs - gemeinsam mit dem Board eine Entscheidung über Pereiras Zukunft treffen. Die Region Lombardei und die Gewerkschaften drängen auf dessen Rücktritt.

Der Bürgermeister will verhindern, dass die Scala infolge des wenig transparenten Deals mit Salzburg zum neuen Kriegsschauplatz wird. Deshalb handelt er in Eile. Zudem machen die Gewerkschaften Druck. Sie befürchten Unterbeschäftigung der Belegschaft infolge eingekaufter Produktionen. "Unseren Künstlern entsteht ein Schaden", so Domenico Dentoni vom Gewerkschaftsverband Cgil dem Standard. Pereira hat mehrere Produktionen in Salzburg eingekauft, etwa Wagners Meistersinger und Verdis Falstaff und Don Carlos.

Laut italienischen Zeitungen betrifft der Deal sieben Produktionen im Wert von 1,2 Millionen Euro; Pereira spricht von vier Produktionen im Wert von 690.000 Euro. Im Jahr der Expo 2015 kommt der Scala-Saison eine strategische Bedeutung zu. Die Frage ist nicht nur, ob und in welcher Form der Deal von Pereira gerechtfertigt wird, sondern ob in kürzester Zeit ein neuer Intendant gefunden werden könnte. (Thesy Kness-Bastaroli, DER STANDARD, 18.4.2014)

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