Journalisten in Thailand wegen Diffamierung der Marine angeklagt

17. April 2014, 14:35
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Artikel über Menschenhandel im Andamanischen Meer wurde gerade mit einen Pulitzerpreis für exzellenten Journalismus ausgezeichnet

Bangkok - Zwei Journalisten sind in Thailand wegen Diffamierung der Marine angeklagt worden. Sie hatten einen Thomson-Reuters-Artikel über Menschenhandel im Andamanischen Meer auf ihre Webseite gestellt, der gerade mit einen Pulitzerpreis für exzellenten Journalismus ausgezeichnet worden ist.

Der Australier Alan Morison, Herausgeber der Webseite Phuketwan, und die Thailänderin Chutima Sidasathien wurden am Donnerstag gegen eine Kaution von 100.000 Baht (2.200 Euro) auf freien Fuß gesetzt. "Sie werden sich gegen die Anklage verteidigen", sagte ihr Anwalt Phanom Bhuthakeow.

"Der Prozess ist ungerechtfertigt und im Hinblick auf den Respekt der Medienfreiheit ein dunkler Fleck auf Thailands Weste", meinte der Asien-Direktor der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, Brad Adams. Der Prozess auf der Ferieninsel Phuket sollte am 26. Mai beginnen. Der Club der Auslandspresse in Bangkok (FCCT) protestierte gegen die Anklage. "Während ein großes Medienunternehmen für seine Berichterstattung ausgezeichnet wird, werden zwei schlecht bezahlte Lokaljournalisten juristisch belangt."

In dem Artikel geht es um die Machenschaften von Menschenschmugglern, die aus Myanmar flüchtende Angehörige der muslimischen Minderheit der Rohingya misshandeln. (APA, 17.4.2014)

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