Schwieriges Jahr für Zentraleuropa

17. April 2014, 13:04
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Die Wirtschaftskrise führte im Vorjahr zu mehr Insolvenzen in Zentraleuropa, in Bulgarien und Tschechien war der Anstieg besonders gravierend

Firmen in Zentraleuropa standen 2013 vor einem schwierigen Jahr: Die ohnehin schwache Wirtschaftslage verschlechterte sich und der Haushaltskonsum verringerte sich aufgrund steuerlicher Maßnahmen, die die steigenden staatlichen Haushaltsdefizite bekämpfen sollten, heißt es in einer Einschätzung des internationalen Kreditversicherers Coface. Der Zugang zu Krediten wurde demnach im Einklang mit Rückgang bei Angebot und Nachfrage für neue Kredite weiter eingeschränkt. Die Folge: Auch Unternehmen revidierten ihre Absatzziele nach unten. Die Exporte, erwartete Haupttreiber für das BIP-Wachstum, sanken durch die wirtschaftliche Verlangsamung des Haupthandelspartners Eurozone.

Die schwierige Lage spiegelt sich auch in der Zahl der Firmeninsolvenzen nieder. Besonders bitter war es laut Coface in Bulgarien, wo ein Anstieg der Insolvenzen um 39 Prozent zu verzeichnen war. Am anderen Ende lag Lettland mit einem Rückgang der Pleiten um sieben Prozent. Hier hat unter anderem der anziehende private Konsum geholfen. Als schwierig stellte sich die Lage auch für tschechische Unternehmer dar: Die Anzahl der Insolvenzen stieg um 32 Prozent.

Nach Branchen betrachtet ging es dem Bau besonders schlecht. "Das beeinflusste durch den "Dominoeffekt" auch weitere, abhängige Sektoren: zum Beispiel Produzenten von Metallwaren, Maschinen und anderen Geräte für den Bausektor", so Coface-Ökonom Grzegorz Sielewicz. Für 2014 erwartet der Kreditversicherer für Zentraleuropa eine Verdoppelung des Wirtschaftswachstums von 1,1 auf 2 Prozent. "Die Baltischen Staaten Lettland und Litauen werden diese Verbesserungen vorantreiben", so Sielewicz. Gute Nachrichten hat er auch für Östereich, wo - wie für Deutschland - ein Wachstum von 1,7 Prozent prognostiziert wird. (red, derStandard.at, 17.4.2014)

  • In Lettland gab es weniger Pleiten, in manch anderen Ländern schlitterten zahlreiche Unternehmen in die Insolvenz.
    foto: reuters/olivares

    In Lettland gab es weniger Pleiten, in manch anderen Ländern schlitterten zahlreiche Unternehmen in die Insolvenz.

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