Scala-Gewerkschaften fordern Treffen mit Bürgermeister

17. April 2014, 12:03
posten

Sorge wegen Kauf von Produktionen der Salzburger Festspiele

Rom/Salzburg - Der Fall des Intendanten der Salzburger Festspiele und künftigen Scala-Chef Alexander Pereira beschäftigt jetzt auch die Gewerkschaften des Mailänder Opernhauses. Diese fordern ein "dringendes Treffen" mit dem Mailänder Bürgermeister, Giuliano Pisapia, nachdem das italienische Kulturministerium von der Scala Erklärungen über den Kauf von sieben großen Opern aus Salzburg gefordert hatte.

Die Gewerkschaften erklärten sich bereit, "Initiativen zum Schutz des Theaters und seiner Mitarbeiter" zu ergreifen. Sie befürchten, dass mit dem Erwerb der Salzburger Opern die hausinterne Produktion von Aufführungen reduziert werden könnte.

Das Personal der Scala produziere Bühnenbilder und Opernkostüme, die auf internationalem Niveau angesehen sind, hieß es in einer Presseaussendung der Gewerkschaftsverbände CGIL und UIL. "Wir sollten diese für unsere Produktionen besser verwerten, statt Opern im Ausland zu kaufen, was einen künstlerischer Schaden für die Scala darstellt und die Beschäftigung im Theater gefährdet."

Das italienische Kulturministerium hatte den Scala-Aufsichtsrat am Dienstag dazu aufgerufen, einen Bericht über den Deal mit Salzburg zu verfassen. Pereira wies den Verdacht eines Interessenskonflikts zuletzt entschieden zurück und sprach von einer Win-Win-Situation. "Salzburg hat schöne Produktionen, die nicht mehr inszeniert werden. Die Scala kauft sie zu einem Spottpreis. Wo ist der Skandal?", so Pereira am Mittwoch in der Tageszeitung "La Stampa".

Share if you care.