Was mich bewegt: Der Osterhase, Fabelwesen

    Kolumne17. April 2014, 17:09
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    Meister Lampe liefert auch dieses Jahr wieder seine Eier aus

    Von ihm erfährt die Menschheit erstmals vom Mediziner Georg Franck von Franckenau im Jahr 1682. Dieser schilderte den Brauch, dass der Osterhase Eier "im Gras und Gesträuch versteckt", wo sie zur Freude und Belustigung der Erwachsenen von den Kindern gesucht werden.

    Ein fester Bestandteil

    Dass der Osterhase die Eier verstecke, nennt er "eine Fabel, die man Simplen und Kindern aufbindet". Trotzdem wurde Meister Lampe fester Bestandteil des Osterfestes, wegen seiner Fruchtbarkeit wird er als Symbol des Lebens und als Hinweis auf die Auferstehung betrachtet.

    Langlöffeliger Eiauslieferer

    Wie der Hase zum Eierverstecken kam, bleibt aber weiterhin sein Geheimnis. Der scheue Osterhase, angeblich ein recht fescher Typ, sorgt für die Eiauslieferung selbst. Zeichnungen zeigen ihn da oft in einem eiförmigen Cabrio an seinem einzigen Arbeitstag im Jahr.

    Stromlinienförmiges Vorbild

    Gerade wegen der Stromlinienform und der perfekten Raumnutzung wird das Ei immer wieder von Konstrukteuren als Vorlage für Autoentwürfe bemüht. Kein Wunder, dass in den 1960er-Jahren viele Kinder behaupteten, den Osterhasen in einem Käfer gesehen zu haben. Werbeslogan von Volkswagen damals: "Es gibt Formen, die man nicht verbessern kann!"

    Das dachten sich wohl auch die Marketingleute des Schokohasenherstelles Lindt & Sprüngli. Sie ließen vergangene Ostern eine Flotte golden lackierter Smarts mit rotem Band und Hasenohren durch die Schweiz fahren. (Jutta Kroisleitner, DER STANDARD, 18.4.2014)

    • Bild nicht mehr verfügbar

      Ein Osterhase, der sich als vollkommen gewöhnlicher Hase tarnt. Oder umgekehrt.

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