115 Schülerinnen in Nigeria laut Direktorin immer noch vermisst

17. April 2014, 14:45
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Widerspruch: Armee gab an, dass nur noch acht von 129 Mädchen vermisst seien

Lagos - Ein Großteil der 129 am Montag in Nigeria verschleppten Schülerinnen wird nach Angaben ihrer Schuldirektorin nach wie vor vermisst. Angaben des Verteidigungsministeriums, wonach nur noch acht Schulmädchen in der Gewalt der Entführer seien, entsprächen nicht der Wahrheit, sagte Asabe Kwambura am Donnerstag. Hinter der Entführung soll die islamistische Extremisten Gruppe Boko Haram stehen.

Der vom Mittwoch stammende Bericht des Gouverneurs des nordöstlichen Bundesstaat Bornos sei zutreffend, sagte die Schulleiterin. Demnach kehrten nur 14 Schülerinnen sicher nach Hause zurück, sodass 115 weiterhin vermisst würden. Das nigerianische Verteidigungsministerium hatte am Mittwochabend die Befreiung von mehr als einhundert Schülerinnen gemeldet.

Schwerbewaffnete Männer hatten am Montagabend ein Mädchengymnasium überfallen und mehr als hundert Schülerinnen gezwungen, auf Lastwagen zu steigen. Für die Tat wurde Boko Haram verantwortlich gemacht. Die radikal-islamische Organisation kämpft seit Jahren im mehr für einen islamischen Staat bzw. die Einführung von islamischem Recht (Scharia) und verübt regelmäßig Anschläge. 

Anschläge seit 2010

Ganz klar formuliert die Sekte, gegen wen sich ihre "Aktivitäten" richten: Übersetzt heißt "Boko" (Hausa) wörtlich "Buch" und steht für Wissen und Bildung im westlichen Sinn, und "Haram" (Arabisch) für alles "Unislamische" und Verbotene. Gegründet wurde Boko Haram vor etwa elf Jahren. Anschläge gibt es allerdings erst seit Anfang 2010.

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hatte zuvor die sofortige Freilassung der Mädchen gefordert. Präsident Goodluck Jonathan berief seine wichtigsten Sicherheitsberater zu einer Sitzung am Donnerstag ein. Dabei solle es um die Sicherheitslage gegen. Boko Haram soll auch für einen Bombenanschlag, der am Montag auf einem Busbahnhof in der Hauptstadt Abuja verübt worden ist und bei dem mehr als 70 Menschen getötet wurden, verantwortlich sein. (APA, 17.4.2014)

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