"Juno" ermöglicht die Verbindung von Spermium und Eizelle

16. April 2014, 19:09
3 Postings

Britisches Forschungsteam findet das Gegenstück zum 2005 identifizierten Protein "Izumo1"

 Hinxton - Dass neues Leben aus der Verschmelzung von Eizelle und Spermium entsteht, mag auf den ersten Blick banal klingen. Welche molekularen Prozesse hinter diesem fundamentalen Vorgang stecken, war jedoch lange Zeit unbekannt.

2005 identifizierten japanische Forscher ein Protein auf der Spermienoberfläche, das die Verbindung zur Eizelle herstellt, und tauften es "Izumo1". Ein solches Molekül braucht jedoch einen Rezeptor auf der Eizelle - und der wurde laut einer Studie im Fachmagazin "Nature" nun aufgespürt.

Forscher um Enrica Bianchi vom britischen Wellcome Trust Sanger Institut identifizierten den Folatrezeptor 4 auf der Eizellenoberfläche als Widerpart von "Izumo". Zur leichteren Aussprache schlagen sie "Juno" vor, benannt nach der römischen Göttermutter.

Zur Überprüfung züchtete Bianchis Team Mäuse, die die beiden Proteine an ihren Keimzellen nicht ausbilden. Tatsächlich waren sowohl "Izumo"-lose Männchen als auch Weibchen ohne "Juno" unfruchtbar.

Laut den Forschern verflüchtigt sich "Juno" 30 bis 40 Minuten nach der Befruchtung. Das dürfte ein Teil des Mechanismus sein, mit dem die Eizelle vor Polyspermie geschützt wird, dem schädlichen Eindringen mehrerer Spermien.

Die Entdeckung "Junos" könnte zu besseren Fruchtbarkeitsbehandlungen, aber auch zu neuen Verhütungsmitteln führen. (jdo, DER STANDARD, 17.4.2014)

  • Eizellen und Spermien müssen einander erkennen, um verschmelzen zu können - dafür sind die beiden Proteine "Izumo" und "Juno" zuständig.
    foto: genome research limited

    Eizellen und Spermien müssen einander erkennen, um verschmelzen zu können - dafür sind die beiden Proteine "Izumo" und "Juno" zuständig.

Share if you care.